28. September Welttollwuttag: Tollwut kann bekämpft werden

Dienstag, September 27, 2011
Hamburg
Jedes Jahr sterben etwa 55.000 Menschen an Tollwut. Diese tödliche Krankheit bedroht etwa 3,3 Milliarden Menschen vornehmlich in Asien und Afrika. In 99 Prozent der Fälle wird Tollwut durch Hunde übertragen. Der IFAW (Internationaler Tierschutz-Fonds) bekämpft gemeinsam mit vielen anderen Organisationen diese Krankheit.

Viele Gemeinden versuchen, Tollwut durch Massentötungen von Hunden in den Griff zu bekommen, meist mittels Vergiften oder Erschlagen der Hunde. Häufig sehen diese Gemeinden keine anderen Möglichkeiten.


„Die grausamen Massentötungen von Hunden können die Tollwutepidemie nicht stoppen“, erklärt Kate Atema, Leiterin der weltweiten Haustierkampagne des IFAW. „Die Tötungsaktionen hinterlassen auch tiefe seelische Wunden in den Gemeinden. Die Ursachen des Problems werden aber gar nicht angegangen. Deswegen halten wir unseren Ansatz der „Angemessenen Fürsorge“ für Erfolg versprechender. In verschiedenen Projekten weltweit konnten wir damit Tollwut erfolgreich bekämpfen, aber auch andere Tierschutzprobleme lösen.“


Das IFAW-Konzept der „Angemessenen Fürsorge“ ist ein ganzheitlicher Ansatz, der die Gesundheits- und Tierschutzaspekte in einer für die betroffenen Gemeinden adäquaten Weise zu lösen versucht. Ein Aspekt ist die Bereitstellung veterinärmedizinischer Basisversorgung wie beispielsweise Impfungen gegen Tollwut.


„Wenn Gemeinden unser Konzept anwenden, die Verantwortung für die Tiere übernehmen und die Grundversorgung ihrer Tiere sicherstellen, sinken auch die Tollwutfälle“ so Atema weiter.


Im Jahr 2010 unterstützte der IFAW ein Projekt der WSPA Welttierschutzgesellschaft und der Bali Animal Welfare Association (BAWA). Das Projekt impfte 270.000 Hunde auf der Insel Bali gegen Tollwut, etwa 70 Prozent der balinesischen Hundepopulation.  Eine solche Impfrate bildet nach wissenschaftlichen Erkenntnissen einen ausreichenden Schutz gegen den Ausbruch einer Tollwutepidemie.


Die balinesische Tollwutstatistik belegt dies: In 2011 ist ein starker Rückgang der Tollwutfälle zu verzeichnen. In einem Vergleichszeitraum von fünf Monaten in den Jahren 2010 und 2011 ist ein Rückgang von menschlichen Todesfällen aufgrund von Tollwut um 75 Prozent zu verzeichnen. Ebenso wurden 2011 85 Prozent weniger Tollwutfälle bei Hunden bestätigt.

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