Sechs Gorillawaisen fliegen in die kongolesische Heimat

Dienstag, 26 Juli, 2011
Hamburg
Sechs bedrohte Grauergorillas wurden am Wochenende per Hubschrauber von einer Rettungsstation in Ruanda zu einer Einrichtung in der Demokratischen Republik Kongo geflogen. In dieser Station werden die Tiere bleiben, bis sie wieder in die Wildnis ihrer Heimat entlassen werden können. Der Umzug der Gorillas wird zu großen Teilen vom IFAW (Internationaler Tierschutz-Fonds) finanziert und vom Dian Fossey Gorilla Fund International (Fossey Fund) organisiert.

„Der IFAW hat einen Hubschrauber für den Umzug zur Verfügung gestellt, da die Gorillawaisen sonst über einen Tag lang auf schlechten Straßen in umkämpftem Gebiet unterwegs gewesen wären“, so Dr. Ian Robinson, Leiter des Tierrettungsteams des IFAW. „So war es einfach sicherer für die Tiere.“

Die sechs Waisen, zwischen fünf und acht Jahren alt, wurden als Jungtiere konfisziert und in einer Übergangsstation in Kinigi, Ruanda, untergebracht. Ihre Familien oder Gruppen wurden von Wilderern getötet. Die Regierungen Ruandas und der Demokratischen Republik Kongo einigten sich darauf, die sechs Jungtiere nach Ruanda zu bringen, um einem einsamen Berggorilla zu helfen, sich an andere Gorillas zu gewöhnen.

Jetzt sind die Gorillas wieder in ihrer Heimat, wo sie mit anderen geretteten Artgenossen zusammengeführt und auf ihre spätere Auswilderung vorbereitet werden. Die Station, in die die Tiere gebracht wurden, ist die erste ihrer Art im östlichen Zentralafrika. Sie bietet Platz für 30 junge Gorillas, die dort in artgerechten Gruppen leben und ein Gebiet von ca. 140 Hektar durchstreifen können.

„Die Rettung dieser Gorillawaisen und ihr Umzug in das neue Gorilla Rehabilitation and Conservation Education center (GRACE) ist das Resultat einer beispielhaften Zusammenarbeit verschiedener Organisationen“, so Clare Richardson, Präsidentin des Fossey Fund. „Wir sind dankbar, dass der IFAW die Kosten für den Lufttransport übernommen hat, damit die Gorillas sicher an den Ort gebracht werden konnten, wo wir sie optimal auf ihr Leben in Freiheit vorbereiten werden.“

Grauergorillas, auch bekannt als Östliche Flachlandgorillas, sind die größte Gorilla-Unterart und somit die größten lebenden Primaten. Unruhen in der Demokratischen Republik Kongo hatten verheerende Auswirkungen auf die Gorilla-Population, weil Wilderei und Lebensraum-Zerstörung dramatisch anstiegen. Nach letzten Schätzungen gibt es noch höchstens 5000 Grauergorillas. Diese Zahl stammt aber aus der Zeit vor dem Bürgerkrieg, heute dürften es weitaus weniger Tiere sein.

GRACE wurde auf Bitten der kongolesischen Nationalparkbehörde (ICCN) vom Fossey Fund gegründet. Es wird mitfinanziert vom U.S. Fish and Wildlife Service, die Firma Disney half beim Bau der Einrichtung. Der Fossey Fund und Disney sind die ersten von mehreren Partnern, die das Zentrum langfristig finanzieren und führen werden.

Den Umzug unterstützten außerdem das Ruanda Development Board (RDB), ICCN, Disney’s Animal Programs, the Mountain Gorilla Veterinary Project und Tropicair.

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