Elfenbeinhandel im Internet floriert in Europa

Dienstag, Juli 19, 2011
Hamburg

Während in Kenia morgen tonnenweise Elfenbein verbrannt und damit aus dem Verkehr gezogen wird, zeigt eine neue Studie des IFAW (Internationaler Tierschutz-Fonds), dass der Handel mit dem weißen Gold in vielen europäischen Ländern weiterhin floriert.

Der IFAW fand bei einer Überprüfung von ausgewählten Internetseiten in Deutschland, Großbritannien, Frankreich, Portugal und Spanien, dass der Handel mit Elfenbeinartikeln blüht – obwohl deren Legalität in den meisten Fällen höchst zweifelhaft ist. Zwei Wochen lang, vom 21.6. bis 1.7.2011, überprüfte der IFAW sieben deutsche Internetportale auf Angebote von Elfenbeinartikeln und fand 39 Anzeigen. Keine der Offerten entsprach den Richtlinien der Marktplatz-Betreiber oder enthielt nachprüfbare Legalitätsnachweise. 61,5 Prozent der Anzeigen wurden als „wahrscheinlicher Verstoß“ eingestuft, 38,5 Prozent als „möglicher Verstoß“. Insgesamt wurde Elfenbein im Wert von mindestens 22.000 Euro angeboten.

Dabei schneidet Deutschland aufgrund langjähriger Zusammenarbeit des IFAW mit Auktionsportalen wie eBay im europäischen Vergleich noch gut ab. In den untersuchten fünf Ländern fand der IFAW insgesamt auf 43 Webseiten 669 Anzeigen mit Elfenbeinangeboten im Wert von nahezu 650.000 Euro. Am meisten Aktivität fand auf französischen Seiten statt mit 262 Angeboten, die wertvollsten Offerten gab es auf spanischen Seiten mit einem Gesamtwert von über 230.000 Euro. 98 Prozent der Angebote verstießen entweder gegen die Richtlinien der Marktplatzbetreiber oder enthielten keine nachprüfbare Legalitätsnachweise.

„Die Europäer müssen begreifen, dass die hübschen Figürchen, die sie im Internet kaufen können, Teil eines blutigen und äußerst brutalen Krieges gegen Elefanten sind – und gegen die Menschen, die versuchen, die Tiere zu beschützen“, so Robert Kless, Leiter der Wildtierhandels-Kampagne des IFAW-Deutschland. „Wenn man Elfenbein kauft, beteiligt man sich an diesem Verbrechen.“

Kenianische Behörden verbrennen morgen mehrere Tonnen konfiszierten Elfenbeins, um es endgültig aus dem Verkehr zu ziehen. Es wurde 2002 in Singapur beschlagnahmt. DNA-Analysen haben ergeben, dass ein Großteil der 200 Stoßzähne von gewilderten Elefanten in Sambia stammt.

„Jeder legale Handel mit Elfenbein bietet Schmugglern die Möglichkeit, ihr illegales Elfenbein mit in den Markt zu schleusen“, so Kless weiter. „Der Kampf gegen den illegalen Elfenbeinhandel und die Wilderei kann nur gewonnen werden, indem man Elfenbein komplett vom Markt nimmt und keine Schlupflöcher zulässt.“

Post a comment

Pressekontakt

Dörte von der Reith
Telefon:
040-86650033
Mobiltelefon:
0160-90486493
E-Mail: