Wolfsnachwuchs in der Lieberoser Heide in Brandenburg
Seit einigen Jahren leben Wolfsfamilien nicht nur im sächsischen Teil der Lausitz, sondern auch in Brandenburg. So war es nur eine Frage der Zeit, bis diese seltene und faszinierende Tierart auch auf
dem großen, relativ unzerschnittenen Gelände der Lieberoser Heide wieder heimisch wurde. „Die letzten Beobachtungen von Mai und Juni 2011 ließen den Verdacht auf Nachwuchs stärker werden“, so Heiko Schumacher, Projektleiter der Stiftung Naturlandschaften Brandenburg. „Nun konnten wir tatsächlich auf den Stiftungsflächen erstmals drei Wolfswelpen für die Lieberoser Heide nachweisen.“
Die genaue Zahl der Nachkommen kenne man allerdings noch nicht, sagt Yvette Krummheuer, die mit finanzieller Unterstützung des Internationalen Tierschutz-Fonds (IFAW) das Wolfsmonitoring in Lieberose seit einigen Jahren durchführt. „Wir können aber von mindestens drei Tieren ausgehen“. Der zuständige Referent beim IFAW, Robert Kless, ergänzt: „Wir freuen uns, dass unser Engagement in Lieberose gerade zum richtigen Zeitpunkt am Start dieser spannenden Entwicklung begann.“
„Wir freuen uns über den Wolfsnachwuchs“, betont Steffen Butzeck, Biologe beim Landesamt für Umwelt, Gesundheit und Verbraucherschutz des Landes Brandenburg (LUGV). „Wir wissen aber auch, dass der Wolf starke Emotionen wecken kann – positive wie auch negative. Mit zunehmender Zahl an Wolfsrudeln in Brandenburg wächst für uns als Amt die Aufgabe, die Rückkehr des Wolfs intensiver zu begleiten. Die Überarbeitung des Wolfs-Managementplans für Brandenburg und seine Anpassung auf die
aktuelle Entwicklung“, so Butzeck weiter, „ist daher nur folgerichtig.“
Auch der größte Landeigentümer auf dem ehemaligen Truppenübungsplatz, der Landesbetrieb Forst Brandenburg, begrüßt die Rückkehr des Wolfs. „Wölfe sind faszinierende Tiere und gehören selbstverständlich in den Naturraum Wald“, so Claus-Rüdiger Seliger, Leiter der Oberförsterei Lieberose. „Im Gebiet befinden sich große Naturentwicklungsgebiete, in denen der Wolf ungestört jagen und sich ernähren kann. Außerdem ist der Wildbestand in Brandenburg so hoch, dass die Wölfe und Jäger hier
ohne Probleme beide zu ihrem Recht kommen. Für eine naturnahe Bewirtschaftung der Wälder sind die Förster auf einregulierte Wildbestände angewiesen.“
+++ Gemeinsame Pressemitteilung mit Stiftung Naturlandschaften Brandenburg, dem Landesamt für Umwelt, Gesundheit und Verbraucherschutz, Forst Brandenburg und dem IFAW +++
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