Kein Tier als Urlaubssouvenir

Mittwoch, Juni 22, 2011
Hamburg
„Kein Tier als Urlaubs-Souvenir“ – mit diesem Appell fordert der IFAW (Internationaler Tierschutz-Fonds) zu Beginn der Ferienzeit Urlauber auf, keine Reiseandenken mitzubringen, die aus Teilen geschützter Wildtiere hergestellt wurden. Ob Elfenbein-Schnitzereien, Korallen, Schildpatt-Broschen, Krokodiltaschen, Tigerwein oder andere Produkte der asiatischen Medizin: Für all diese Mitbringsel müssen Wildtiere ihr Leben lassen.

„Viele Händler bieten diese Souvenirs offen auf Märkten und in Geschäften an. Deshalb kommen Urlauber oft gar nicht auf die Idee, dass der Import nach Deutschland illegal sein könnte oder dass grausame Machenschaften dahinter stecken“, sagt Robert Kless vom IFAW-Deutschland.

Tatsächlich aber werden die exotischen Souvenirs häufig aus Tieren und Pflanzen gefertigt, die unter dem Schutz des Washingtoner Artenschutz-übereinkommens (CITES) stehen. Diese Produkte dürfen gar nicht oder nur mit behördlichen Genehmigungen international gehandelt werden. Die Statistik des Bundesamts für Naturschutz (BfN) zeigt das Ausmaß des Handels: 2010 regis-trierten die Zollbehörden 1.582 Fälle von Artenschutz relevanten Beschlag-nahmungen. Dabei wurden 406 Elfenbeinschnitzereien, 10.695 ausgestopfte Tiere, 972 Lederprodukte, 443 Tierhäute und 519 lebende Tiere sichergestellt.

Führt ein Tourist solche Andenken im Gepäck, drohen hohe Geld- oder sogar Haftstrafen. So mussten Reisende nach Angaben des BfN schon mal bis zu 1.200 Euro Bußgeld zahlen für die Einfuhr von Schnitzereien aus Elefantenelfenbein oder 1.000 Euro für eine präparierte Meeresschildkröte aus Vietnam. Für einen Leopardenschädel aus den USA, Ursprungsland Simbabwe, verhängte der Zoll eine Strafe von 900 Euro.

„Viele Reisende sind sich gar nicht bewusst, dass sie sich mit ihren Urlaubssouvenirs am häufig illegalen Handel mit Wildtieren beteiligen. Das ist ein Mordsgeschäft, das nach Schätzungen von Interpol jährlich weltweit etwa 20 Milliarden US-Dollar einbringt und nur noch vom Drogen- und Waffenhandel übertroffen wird“, so Kless weiter.

Der IFAW rät Reisenden, anstelle von Urlaubs-Souvenirs aus Tieren lieber landestypisches Kunsthandwerk beispielsweise aus Keramik, Textilien oder Metall zu erwerben. Für die Herstellung solcher Produkte müssen keine Wildtiere sterben, und die Urlauber unterstützen mit dem Kauf zudem die Bevölkerung vor Ort. Mit Vitrinen an den Flughäfen Berlin, Hamburg, Bremen, Münster/Osnabrück, Dresden und ganz aktuell mit einem Infostand am Flughafen Amsterdam sowie mit einem kostenlos zu beziehenden Faltblatt klärt der IFAW Reisende über fragwürdige Souvenirs und den Bezug zum Artenschutz auf.

Post a comment

Pressekontakt

Dörte von der Reith
Telefon:
040-86650033
Mobiltelefon:
0160-90486493
E-Mail: