Schon wieder 22 Elefanten im Tschad gewildert

Dienstag, Juni 21, 2011
Hamburg
22 gewilderte Elefanten wurden letzte Woche im Südwesten des Tschad entdeckt, nahe der Grenze zu Kamerun. Das erfuhr der IFAW (Internationaler Tierschutz-Fonds) von der lokalen Tierschutzgruppe SOS elephants du Tschad und Mitarbeitern des Nationalparks Boubandjida in Kamerun.

Damit steigt die Zahl der innerhalb der letzten zwölf Monate getöteten Elefanten in dieser Region des Tschad auf 170 Tiere an. Schätzungen zufolge hat sich der Bestand an Elefanten im Tschad seit 2006 um 40 Prozent verringert, von 4000 auf 2500 Tiere, die zuletzt 2010 gezählt wurden. Die meisten werden wegen ihres Elfenbeins getötet.

Gut organisierte und schwer bewaffnete Banden aus Kamerun, dem Sudan und der Zentralafrikanischen Republik überqueren regelmäßig, teils auf Kamelen, die Grenze zum Sudan auf der Suche nach Elefanten.

„Das Elfenbein wird regelmäßig aus Westafrika nach Asien und Europa geschmuggelt“, so Céline Sissler-Bienvenu, Kampagnenleiterin des IFAW. „Der Gewinn wird in Waffen für regionale militärische Konflikte investiert wie die Unruhen in Darfur und der Zentralafrikanischen Republik.“

Der Kampf gegen die Wilderei ist eine ständige Herausforderung für den Tschad, eines der ärmsten und korruptesten Länder der Welt.
„Die einzige Möglichkeit, das Abschlachten im Tschad und anderswo zu beenden, ist, die Nachfrage nach Elfenbein in China zu bekämpfen und die Ranger so gut auszurüsten und auszubilden, dass sie professionelle Wilderer wirksam bekämpfen können“, so Sissler-Bienvenu weiter. „Hier muss die internationale Gemeinschaft mit finanzieller Unterstützung eingreifen, um den Schutz der Elefanten zu gewährleisten.“

Seit 2009 bildet der IFAW Ranger und Mitarbeiter von Naturschutzbehörden in zentralafrikanischen Staaten aus, um der Wilderei zu begegnen. Dies war im Tschad aus Sicherheitsgründen bisher noch nicht möglich.

Ebenfalls letzte Woche beschlagnahmten Zollbehörden in Portugal 300 Stücke illegal eingeführten Elfenbeins aus Mosambik, und in Indien wurden zwei Männer bei dem Versuch verhaftet, zwei ganze Stoßzähne zu verkaufen.

Trotz eines internationalen Handelsverbotes floriert der Handel mit Elfenbein. Erst Ende März hatten thailändische Behörden mehr als zwei Tonnen Stoßzähne afrikanischer Elefanten konfisziert – der größte Aufgriff geschmuggelten Elfenbeins in jüngster Zeit: 247 Stoßzähne mit einem geschätzten Wert von 2,4 Millionen Euro waren in einer Lieferung gefrorenen Fisches aus Kenia versteckt. Die Herkunft wird derzeit noch per DNA-Analyse bestimmt.

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