Islands Finnwalfänger erklärt Moratorium

Mittwoch, Mai 11, 2011
Hamburg
Islands Finnwalfänger Kristjan Loftsson erklärte gestern, er werde den Finnwalfang mindestens bis zum Ende der diesjährigen Sitzung der Internationalen Walfangkommission (IWC) im Juli aussetzen. Zudem kündigte er 30 Arbeitern in seiner Walfangstation.

Kristian Loftsson hat mit seinem Unternehmen Hvalur in den letzten fünf Jahren 280 Finnwale in isländischen Gewässern getötet. Es ist das einzige isländische Unternehmen, das Finnwale jagt, die nach dem Blauwalen zweitgrößte Walart.


„Es scheint, dass Herr Loftsson endlich realisiert hat, dass Walfang keinen Sinn macht,“ kommentiert Dr. Ralf Sonntag, Meeresexperte des IFAW (Internationaler Tierschutz-Fonds). „In Island gibt es keinen Markt für Finnwalfleisch. Japan, der einzige legale Exportmarkt dafür, war sehr zögerlich mit Importen, die USA hat ernsthafte Sanktionen gegen Island erwogen und der bevorstehende EU-Beitritt haben ihr übriges getan, denn die EU lehnt einheitlich den Walfang ab.“


In den Lagerhäusern von Loftssons Unternehmen lagern noch über 2000 Tonnen Walfleisch. In den vergangenen fünf Jahren wurden knapp 600 Tonnen Finnwalfleisch von Japan importiert.
Trotz der Ankündigung Loftssons geht die isländische Jagd auf Zwergwale weiter. Letztes Jahr töteten zwei andere isländische Firmen 60 Wale dieser bis zu zwölf Meter großen Art.


Etwa fünf Prozent der Isländer essen Fleisch von Zwergwalen, aber es gibt keinen Markt für Finnwalprodukte.


„Kommerzieller Walfang ist grausam und unnötig,“ so Sonntag weiter. „Es gibt keine Möglichkeit, Wale human zu töten. Wale sollten beobachten werden, nicht getötet. Wir hoffen, dass es nun bald ein Ende des Walfangs in Island gibt.“

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