30 Elefanten im Tschad gewildert

Freitag, April 15, 2011
Hamburg
30 gewilderte Elefanten fanden Wildhüter Anfang dieser Woche im Tschad. Wilderer hatten den Dickhäutern die Stoßzähne abgehackt und bei ihrem Beutezug auch einen Militärangehörigen getötet.

Die 30 Elefanten wurden zwischen Samstag letzter und Dienstag dieser Woche erlegt. Damit steigt die Zahl der innerhalb der letzten zwölf Monate gewilderten Elefanten in der Logone Oriental Region im äußersten Süden des zentralafrikanischen Landes auf etwa 150 Tiere. Experten schätzen, dass die Elefantenpopulation im Tschad um 40 Prozent gefallen ist; von 4.000 Tieren im Jahr 2006 auf etwa 2.500 Dickhäuter bei der letzten Zählung 2010. Die meisten Elefanten fielen und fallen der Elfenbein-Wilderei zum Opfer.


„Sehr gut bewaffnete und organisierte Banden kommen über die südlichen Grenzen in den Tschad,“ erklärt Céline Sissler-Bienvenue, Elefantenexpertin des IFAW (Internationaler Tierschutz-Fonds). „Das Elfenbein wird dann aus Westafrika nach Asien und Europa geschmuggelt. Mit den Gewinnen lassen sich Waffen für die vielen Regionalen Konflikte wie in Dafur im Sudan oder in der Zentralafrikanischen Republik kaufen.“


Das bitterarme Tschad hat große Probleme, seinen Wildhütern ausreichend Ausrüstung für den Kampf gegen die Wilderei zur Verfügung zu stellen.


„Der Tschad hat schon mehrfach um Hilfe gebeten, um die sanften Riesen besser schützen zu können,“ so Sissler-Bienvenu. „Die EU und die internationale Gemeinschaft muss dringend solche Länder wie den Tschad in seinem Kampf unterstützen, nicht nur mit direkter Hilfe, sondern auch, indem die EU ein internationales Handelsverbot für Elfenbein ohne Ausnahmen unterstützt.“


Erst vor zwei Wochen beschlagnahmten Mitarbeiter des Zolls über zwei Tonnen Elfenbein in Thailand. Die 247 Stoßzähne von afrikanischen Elefanten mit einem geschätzten Wert von 2,4 Millionen Euro waren in einer Fracht Gefrierfisch aus Kenia versteckt.

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