IFAW dokumentiert Tierschutz-Verstöße bei Kanadas Robbenjagd

Mittwoch, April 13, 2011
Corner Brook
An den ersten beiden Tagen der kommerziellen Robbenjagd vor der Küste Neufundlands und Labradors filmte der IFAW (Internationaler Tierschutz-Fonds) offensichtliche Verstöße gegen Tierschutz-Standards. Das kanadische Fischerei-ministerium (DFO) erließ 2008 neue Regeln, die gewährleisten sollen, dass die Tiere zweifelsfrei tot sind, bevor ihnen das Fell abgezogen wird.

„Wir haben ausreichende Beweise, dass sich die Robbenjäger nicht an den so genannten „Drei-Phasen-Prozess“ halten, der „humanes“ Töten sicherstellen soll“, so Sheryl Fink, Leiterin der Robbenkampagne des IFAW. „Sie prüfen weder, ob die Tiere bewusstlos sind, noch lassen sie sie ausbluten, um den Tod sicherzustellen. So filmten wir den reinen Horror: Einer Robbe wurde der Bauch aufgeschlitzt, als sie noch bei Bewusstsein war und dann schleuderte man sie auf ein Boot. Noch einige Minuten lang bewegte sie offenbar gezielt ihre Flossen und versuchte, sich zu befreien, als weitere Robben auf sie draufgeschmissen wurden.“

Der Drei-Phasen-Prozess legt fest, dass Jäger die Robben mit Keulen, Hakapiks oder Gewehren töten, dann mittels eines Blinzeltests die Bewusstlosigkeit prüfen und sie dann ausbluten lassen, um den Tod sicherzustellen. Die Vorschriften des DFO fordern außerdem, dass die Jäger entweder das Fell oder den Kadaver der getöteten Tiere mitnehmen müssen.

„Wir haben Beweise, dass drei Wochen alte Robben getötet und mit intaktem Fell auf dem Eis zurückgelassen wurden“, schildert Fink. „Ein klarer Gesetzesverstoß und ein unethischer und unakzeptabler Umgang mit wild lebenden Tieren.“

„Wir fragen uns: Wo bleiben die Jagdbeobachter der Regierung?“ so Fink. „Wenn die Jäger schon so schamlos die Regeln ignorieren, während sie gefilmt werden, möchte ich mir nicht vorstellen, was sie anstellen, wenn sie unbeobachtet sind.“

Die kanadische Regierung behauptet weiterhin, dass die Jagd „human“ ist und ökonomisch wichtig für die lokalen Gemeinden. Aber der IFAW hat immer wieder dokumentiert, dass die Jagd grausam ist und die Vorschriften außer Acht gelassen werden. Außerdem gehen viele Fischer in diesem Jahr auf viel lukrativeren Krebsfang anstatt zur Robbenjagd, was beweist, dass dieser Einkommenszweig problemlos ersetzt werden kann.

Achtung Redaktionen: Das hier beschriebene Video ist verfügbar und die Jagdbeobachter des IFAW stehen für Interviews bereit.

Post a comment

Pressekontakt

Dörte von der Reith
Telefon:
040-86650033
Mobiltelefon:
0160-90486493
E-Mail: