Kanadische Robbenjagd geht weiter – trotz katastrophaler Eisverhältnisse

Dienstag, April 12, 2011
Hamburg
– Die kommerzielle kanadische Robbenjagd geht in die zweite Phase: Gestern eröffnete das Fischereiministerium (DFO) die Jagd vor der Küste Neufundlands und Labradors. Es warnte die Robbenjäger ausdrücklich, sich vorher bei den Pelzhändlern zu erkundigen, ob es überhaupt einen Markt für Robbenfelle gibt. Der IFAW (Internationaler Tierschutz-Fonds) ist vor Ort, um die Jagd zu dokumentieren.

Der IFAW konnte bisher nur einzelne, verstreute Sattelrobben an der sogenannten Front entdecken. Es liefen 27 Schiffe mit Jägern aus, um diese Tiere aufzuspüren.

„Der erste Teil der Jagd im südlichen Golf von Sankt Lorenz war ein totaler Reinfall für die Jäger“, so Sheryl Fink, Robben-Expertin des IFAW. „Durch die desaströse Eissituation gab es so gut wie keine Robben und nur ein Prozent der Quote wurde getötet. Die Jagd im Norden scheint ähnlich zu verlaufen. Die meisten Robbenjäger entscheiden sich für die lukrativere Option, Krebse zu fangen, anstatt an einer grausamen Jagd teilzunehmen, die Jahr für Jahr wertloser wird.“

Die Eissituation im südlichen Golf ist in diesem Jahr so schlecht, dass man davon ausgehen muss, dass fast der gesamte Nachwuchs ums Leben gekommen ist. Sattelrobben brauchen für die Geburt und Aufzucht ihrer Jungtiere feste Eisflächen. Im südlichen Golf von St. Lorenz, wo die Jagd normalerweise beginnt, ist in diesem Jahr nur ein einziges Boot ausgelaufen, um Fleisch für den Eigenbedarf anzulanden.

„Selbst diejenigen, denen die Grausamkeit der Jagd egal ist, können die Fakten nicht ignorieren“, so Fink weiter. „Selbst die Jäger sagen inzwischen, dass die Jagd sich nicht mehr lohnt.“

Die Märkte für Robbenprodukte sind weltweit eingebrochen, der Preis für ein Fell sank 2010 auf 11 Euro. In der EU gilt seit August 2010 ein Handelsverbot für alle Robbenprodukte.

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