Erste Phase der kanadischen Robbenjagd ins Wasser gefallen

Donnerstag, März 31, 2011
Charlottetown, Kanada
Obwohl letzten Sonntag offiziell die Robbenjagd an Kanadas Ostküste begann, konnte das Beobachterteam des IFAW (Internationaler Tierschutz-Fonds) vor Ort bisher keine Jagdaktivitäten feststellen. Es gibt so gut wie kein Eis im Golf von Sankt Lorenz und als Folge auch nur sehr wenige Robben. Es lohnt sich daher für die Robbenjäger nicht, hinauszufahren.

Sattelrobben brauchen feste Eisdecken für die Geburt und Aufzucht ihres Nachwuchses. Ohne Eis können die Jungtiere nicht überleben. Nach Statistiken des kanadischen Umweltministeriums gibt es schon seit 1994 weniger Eis als im Durchschnitt, 2010 und 2011 gehören zu den eisärmsten Jahren.
http://ice-glaces.ec.gc.ca/prods/CVCHACTEC/20110328180000_CVCHACTEC_0005...

Schon 2002 warnte der IFAW davor, dass der Klimawandel ernsthafte Auswirkungen für die Sattelrobben haben könnte. Diese werden jetzt sichtbar. Es ist das zweite Jahr in Folge, in dem das IFAW-Team Sattelrobben-Junge an Land findet, was sehr ungewöhnlich für die Art ist. Viele der Jungtiere werden zu früh von ihren Müttern verlassen und sind schutzlos ihren Fressfeinden ausgeliefert. Doch statt auf diese Bedrohung zu reagieren, erhöhte die kanadische Regierung die Jagdquote in diesem Jahr noch um 70.000 auf 400.000 Sattelrobben.

„Die kanadische Regierung ignoriert die Tatsache, dass der Klimawandel verheerende Auswirkungen auf die Sattelrobben hat und legte jetzt sogar die höchste Jagdquote fest, die es je gab“, so Sheryl Fink, Leiterin der Robbenkampagne des IFAW. „Die Politiker ignorieren die Wissenschaft, die offensichtlichen Folgen des Klimawandels und die Tatsache, dass es kaum noch Märkte für Robbenprodukte gibt.“

Trotz der hohen Jungtier-Sterblichkeit wird voraussichtlich in wenigen Tagen der zweite Teil der kommerziellen Robbenjagd vor der Küste Neufundlands eröffnet.

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