Elfenbein-Wilderer im Tschad festgenommen

Donnerstag, März 17, 2011
Hamburg
Regierungskräfte nahmen am Sonntag im Tschad Elfenbein-Wilderer fest, die im Februar mindestens 20 Elefanten töteten und für den Tod weiterer sieben Elefanten im Zakouma Nationalpark im Jahr 2010 verantwortlich sind. Das erfuhr der IFAW (Internationaler Tierschutz-Fonds) aus offizieller Quelle im Tschad. Zwei der Wilderer wurden verhaftet, zwei starben bei dem Polizeieinsatz.

Die Anti-Wilderer-Brigade des Tschad beschlagnahmte mehrere Kalaschnikows, Pferde und 15 Stoßzähne bei den Kriminellen.
Durch die hohen Gewinne beim Elfenbeinhandel sind die Wilderer bereit, große Risiken einzugehen und stellen dadurch auch für die Ranger, die versuchen, die Elefanten zu beschützen, eine große Gefahr dar. Neben tausenden von Tieren verlieren jedes Jahr auch Ranger, Wilderer und unschuldige Außenstehende ihr Leben im Kampf um das weiße Gold.

Die Elefanten-Population im Tschad ist massiv unter Druck. 2010 waren nur noch 2.500 Tiere übrig von 4.000, die noch im Jahr 2006 gezählt worden waren. Das ist ein Rückgang um 37,5 Prozent.

„Wir sind nicht sicher, für welches Land das Elfenbein bestimmt war, aber die lokale Tierschutzorganisation „SOS Elephants of Chad“ vermutet, dass es für Chinesen war, die in der Nähe bei einer Ölfirma arbeiten“, erklärt Celine Sissler-Bienvenu, IFAW-Expertin für Wilderei. „Der IFAW arbeitet massiv daran, die Nachfrage nach Elfenbein in Asien durch Aufklärung zu stoppen und gleichzeitig die Anti-Wilderer-Kapazitäten in Afrika auszubauen. Aber wir brauchen die politische und finanzielle Unterstützung der EU, wenn wir diesem Gemetzel ein Ende bereiten wollen.“

Nach jüngsten Studien bringt Elfenbein auf dem chinesischen Markt etwa 1.200 Euro pro Kilo ein. Geht man bei vorsichtigen Schätzungen von zehn Kilo pro Stoßzahn aus, haben die beschlagnahmten Stoßzähne ca. einen Wert von 182.000 Euro.

Zur Zeit führt der IFAW ein zweimonatiges Anti-Wilderer-Training für 25 Mitarbeiter des Odzala-Kokoua-Nationalparks im Kongo durch.

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