Elefanten-Wilderei hört nicht auf

Dienstag, Februar 22, 2011
Hamburg
Wie jetzt bekannt wurde, sind in den letzten zwei Wochen mindestens zwanzig Elefanten im Tschad gewildert worden. Dies berichtet Stéphanie Vergniault, Präsidentin der Organisation SOS Elefanten im Tschad.

„Diese zwanzig Elefanten mussten wegen ihres Elfenbeins sterben,“ erläutert Céline Sissler-Bienvenue, Elefantenexpertin des IFAW (Internationaler Tierschutz-Fonds). „Das Ausmaß lässt uns vermuten, dass hier gut organisierte Banden vorgehen. Die Wilderer teilen sich wahrscheinlich in Gruppen von Schützen und Trägern auf. Oft wird das Elfenbein dann mit Pferden, Kamelen oder sogar Fahrzeugen aus dem Tschad gebracht. Häufig waren es bisher Gruppen aus angrenzenden Ländern, die im Tschad Elefanten wildern und mit dem „weißen Gold“ Waffen für die Konflikte in Dafur oder in der Zentralafrikanischen Republik kaufen. Mit Gewissheit können wir das aber bisher nicht sagen.“


Die zwanzig Elefanten wurden alle außerhalb geschützter Gebiete geschossen. Letztes Jahr wurden alleine im Tschad etwa 250 Elefanten getötet.


„Elefanten sind gefährdet,“ so Sissler-Bienvenu weiter. „Der Tschad hat schon mehrfach um Hilfe gebeten, um die sanften Riesen besser schützen zu können. Die EU muss dringend solche Länder wie den Tschad in seinem Kampf unterstützen. Nicht nur mit direkter Hilfe, sondern auch, indem die EU ein internationales Handelsverbot für Elfenbein ohne Ausnahmen unterstützt.“


Die Elefantenpopulation im Tschad ist innerhalb von vier Jahren um 37,5 Prozent gesunken. Noch 2006 wurden 4.000 Elefanten gezählt, 2010 nur noch 2.500.


Wissenschaftler berichten, dass 2009 Elfenbein in China für 1.200 Euro pro Kilogramm gehandelt wurde. Konservativen Schätzungen gehen davon aus, dass ein Stoßzahn durchschnittlich zehn Kilogramm wiegt, einem Elefanten also 20 Kilogramm zugerechnet werden. So könnte das Elfenbein der jetzt getöteten zwanzig Elefanten in China für bis zu 480.000 Euro verkauft werden.

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