Kanada will Chinesen Robbenfleisch andrehen

Donnerstag, Januar 13, 2011
Hamburg
Anlässlich der derzeit in Peking stattfindenden internationalen Pelzmesse schlossen Kanada und China ein Handelsabkommen über den Verkauf von Robbenfleisch und -öl nach China. Der IFAW (Internationaler Tierschutz-Fonds) bezweifelt, dass dieses Geschäft die sterbende Robbenjagd-Industrie retten wird.

„Chinesische Konsumenten werden genau wie EU-Bürger das grauenhafte Abschlachten von jungen Robben ablehnen und keine Produkte kaufen wollen, die von diesem Gemetzel stammen“, so Dr. Ralf Sonntag, Meeresbiologe und Leiter des IFAW-Deutschland. „Dieses Abkommen ist ein rein politischer Deal, aber über dessen Relevanz entscheidet der chinesische Bürger – und der wird nicht Teil dieses blutigen Geschäfts sein wollen.“

„Dies ist ein Schlag ins Gesicht für China, die chinesische Kultur und das chinesische Volk“, empört sich Grace Ge Gabriel, Leiterin des IFAW Büros Asien. „China ist keine Müllhalde für kanadische Robbenprodukte und chinesischen Bürgern sollte nicht die ethische Verantwortung zugeschoben werden, für das grausame Abschlachten kanadischer Robben zu bezahlen.“

Das 2010 eingeführte EU-weite Handelsverbot für Robbenprodukte belegte eindrucksvoll die Macht der Konsumenten. Die EU-Bürger schlossen gemeinsam mit Tierschutzorganisationen die Märkte für Robbenprodukte.

Der IFAW fordert schon seit langem die kanadische Regierung auf, in Kompensationsprogramme für Robbenjäger zu investieren, anstatt weiterhin viel Zeit und Steuergelder auf höchst unsichere zukünftige Märkte und teure PR-Kampagnen zu verschwenden.

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