Japan: Walfangschiff ausgelaufen

Donnerstag, Dezember 2, 2010
Hiroshima, Japan
Heute ist das Fabrikschiff der japanischen Walfangflotte ausgelaufen, um mehr als 1.000 Wale rund um die Antarktis zu fangen. Auf der Abschussliste stehen 935 Zwergwale, 50 der stark gefährdeten Finnwale und 50 der geschützten Buckelwale.

„Niemand braucht Walfleisch, immer weniger wollen Walfleisch. Den Walfang als Wissenschaftlich zu bezeichnen ist einfach lächerlich,“ sagt Dr. Ralf Sonntag, Meeresbiologe des IFAW (Internationaler Tierschutz-Fonds). „Seit 22 Jahren betreibt Japan nun schon kommerziellen Walfang unter dem Deckmantel der Wissenschaft, nur damit das Fleisch auf den Fischmärkten landen kann. Dafür mussten bisher über 19.000 Wale sterben.“
Der IFAW lehnt den kommerziellen Walfang ab, weil er grausam und unnötig ist. Von Sprengharpunen getroffene Wale kämpfen bisweilen bis zu eine halbe Stunde lang um ihr Leben. Vom IFAW analysierte Filmaufnahmen des japanischen Walfangs belegen das.


„Einen Wal schmerzfrei und schnell zu töten ist unmöglich,“ erklärt Sonntag. „Neben der Grausamkeit der Jagd empört viele aber auch Japans fortgesetzte Missachtung des Schutzgebietes rund um die Antarktis. Australien hat dagegen Klage eingereicht.“


Dieses Jahr hat Australien ein Verfahren gegen Japan wegen des Walfangs im Schutzgebiet in den antarktischen Gewässern vor dem Internationalen Gerichtshof angestrengt.


„Eine große und fortschrittliche Nation wie Japan sollte dieser antiquierten Jagd den Rücken kehren,“ fordert Sonntag. „Japan sollte sich lieber dem zukunftsweisenden Whalewatching zuwenden, mit dem schon jetzt weltweit 1,5 Milliarden Euro erwirtschaftet werden. Um diese Möglichkeit in Japan zu festigen, veranstaltet der IFAW am elften und zwölften Dezember eine Konferenz für Whalewatching-Unternehmen in Tokio.“

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