Hunderte Pinguinküken gerettet

Mittwoch, Dezember 1, 2010
Kapstadt, Südafrika
Helfer haben 415 Küken der bedrohten Brillenpinguine aus Kolonien in der Nähe von Kapstadt gerettet. Die Küken wurden von ihren Eltern verlassen und drohten zu verhungern.

Die geretteten Vögel wurden allesamt in die Rehabilitationsstation der lokalen Küstenvogel-Schutzorganisation SANCCOB gebracht. Dort ziehen Tierpfleger die Pinguinküken von Hand auf, nach etwa sechs Wochen werden die Tiere in ihren Ursprungskolonien wieder ausgewildert.

Diese Rettungsaktion ist Teil des so genannten „Chick Bolstering Project“, das der IFAW (Internationaler Tierschutz-Fonds) gemeinsam mit SANCCOB und anderen Naturschutzorganisationen durchführt.

„Dieses Projekt ist ein wichtiger Baustein für das Überleben dieser gefährdeten Pinguinart“, kommentiert Neil Greenwood, Kampagnenleiter des IFAW-Südafrika. „Brillenpinguine sind fast wie ein Wahrzeichen für Südafrika. Wir müssen den Nachwuchs retten, wann immer wir die Möglichkeit dazu haben.“

Nur 2007 hatte das Rehabilitationszentrum mehr verlassene Pinguinküken aufgezogen, nämlich 481 Tiere. Seit 2001 nahm das Zentrum 1.923 Pinguine auf und verbesserte fortwährend seine Behandlungsmethoden. 2009 konnten 86 Prozent der Küken von mausernden Eltern erfolgreich ausgewildert werden.

Schlüpfen Pinguinküken erst spät in der Saison, werden sie häufig von ihren Eltern verlassen, da das Wetter wärmer wird und dadurch die Nahrung für Pinguine abnimmt. Zusätzlich beginnen die erwachsenen Pinguine, sich zu mausern. Dadurch ist ihr Gefieder nicht mehr wasserdicht und sie können in den kalten Gewässern nicht auf Nahrungssuche gehen.

Wissenschaftler stellten fest, dass die Population der Brillenpinguine in nur drei Generationen über 60 Prozent abnahm. Deshalb stufte die Welttierschutzunion IUCN die Art dieses Jahr wieder als gefährdet ein.

„Wissenschaftliche Studien belegen, dass ausgewilderte, handaufgezogene Brillenpinguine eine höhere Überlebensrate bis zum Brutalter haben“, so Greenwood weiter. „Sie haben auch eine höhere Produktivität als ihre natürlich aufgewachsenen Artgenossen. Damit hat unsere Arbeit einen signifikant positiven Einfluss auf die Population.“

Post a comment

Pressekontakt

Dörte von der Reith (IFAW Germany)
Telefon:
+ 040-866 500 33
Mobiltelefon:
+ 0160–90486493
E-Mail:

Experten

Kampagnenberater
Kampagnenberater
Brian Sharp, Leiter Rettungseinsätze, Einsatzkoordinator für Strandungen
Leiter Rettungseinsätze, Einsatzkoordinator für Strandungen
Dr. Ian Robinson, Vizepräsident für Kampagnen und internationale Angelegenheiten
Vizepräsident für Kampagnen und internationale Angelegenheiten
Gail A'Brunzo, Leiterin IFAW Wildtierschutz
Leiterin Wildtierschutz, IFAW
Katie Moore, Leiterin Marine Mammal Rescue and Research
Programmdirektorin Tierrettung
Shannon Walajtys
Leiterin des Bereichs Katastrophenhilfe
Vivek Menon, Regionaldirektor Südasien
Regionaldirektor Südasien