Dreibeiniger Wolfsrüde in der Lausitz überfahren

Mittwoch, November 3, 2010
Hamburg/Potsdam
Am Freitag, dem 29. Oktober, wurde der Wolfsrüde aus dem Welzower Rudel an der B97 im Süd-Osten Brandenburgs überfahren. Das Landesamt für Umwelt, Gesundheit und Verbraucherschutz (LUGV) barg vor Ort das getötete Tier. Es wird im Berliner Leibniz-Institut für Zoo- und Wildtierforschung eingehend wissenschaftlich untersucht.

„Der Vorfall zeigt wieder einmal die große Gefahr des Verkehrs für die Wölfe,“ kommentiert Robert Kless, vom IFAW (Internationaler Tierschutz-Fonds). „Der Bestand in Deutschland ist noch keineswegs gesichert. Jedes einzelne Tier ist dafür wichtig.“


Das vom IFAW ermöglichte und vom Wildbiologischen Büro Lupus durchgeführte Monitoring belegt, dass das Welzower Rudel nun schon im zweiten Jahr hintereinander Welpen aufzieht. Dieses Jahr hat Lupus dort sechs Welpen nachweisen können. Es ist seit über 100 Jahren die erste Brandenburger Wolfsfamilie. Die Fähe muss nun ihren Nachwuchs ohne den Vater aufziehen.


Das langjährige Wolfsmonitoring des Wildbiologischen Büros Lupus kann belegen, dass der dreibeinige Rüde aus dem Daubitzer Rudel in Sachsen stammt und vermutlich vier oder fünf Jahre alt war.


In Brandenburg und Sachsen leben in der Lausitz derzeit sechs Wolfsfamilien und zwei Wolfspaare. Die Lausitzer Subpopulation ist damit der reproduktive Kern des kleinen deutschen Wolfsbestandes. Außerhalb der Lausitz konnte bisher nur eine weitere Wolfsfamilie bestätigt werden, im Grenzgebiet von Sachsen-Anhalt zu Brandenburg.


Seit 2006 unterstützt der IFAW wissenschaftliche Wolfmonitoring-Maßnahmen in Brandenburg.

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Leiterin Wildtierschutz, IFAW
Robert Kless, Leiter Wildtier-Kampagnen, IFAW Deutschland
Leiter Wildtier-Kampagnen, IFAW Deutschland