Bundestag beschließt: Kompromissloser Schutz für Wale

Donnerstag, Juni 10, 2010
Berlin
Berlin, 10.6.2010 – Der Bundestag verabschiedet heute einen interfraktionellen Antrag, der die Bundesregierung dazu auffordert, die Wale konsequent zu schützen. Auch dem Kompromissvorschlag, der der IWC (Internationalen Walschutzkommission) vorliegt, soll die Bundesregierung in seiner derzeitigen Fassung nicht zustimmen. Der Antrag wurde von allen Bundestagsfraktionen außer den LINKEN eingebracht.

„Das ist ein gutes Zeichen für die Wale,“ kommentiert Dr. Ralf Sonntag, Meeresexperte des IFAW (Internationaler Tierschutz-Fonds). „Unsere Forderungen, die des Bundestages und die der zuständigen Bundesministerin Frau Aigner sind nun weitestgehend deckungsgleich.“


Sowohl das zuständige Ministerium für Verbraucherschutz, Ernährung und Landwirtschaft als auch der Bundestag fordern von einem zustimmungsfähigen Kompromisspapier bei der IWC unter anderem, dass
- kein Walfang im Schutzgebiet der Antarktis stattfindet.
- es ein konkretes Enddatum spätestens in zehn Jahren für alle kommerziellen oder wissenschaftlichen Walfangaktivitäten gibt.
- es keinen internationalen Handel mit Walprodukten geben soll.
- aller Walfang von der IWC kontrolliert werden soll.
- der Walschutz wesentlicher Inhalt der IWC werden soll.


„74.000 Unterstützer des IFAW haben mit ihrer Unterschrift Frau Aigner bestätigt, dass sie diese Haltung unterstützen,“ so Sonntag weiter. „Eine repräsentative Meinungsumfrage im Auftrag des IFAW zeigt auch: 82,4 Prozent der Deutschen wollen einen konsequenten Walschutz.“


In den letzten Monaten hatte Deutschland gemeinsam mit elf anderen Ländern in geheimen Verhandlungen ein Kompromisspapier für die Internationale Walfang-kommission IWC erarbeitet. Es soll die konträren Interessen von Walschutz- und Walfangländern berücksichtigen. Das Papier sieht vor, das bestehende Verbot des kommerziellen Walfangs für zehn Jahre außer Kraft zu setzen. Die IWC würde zudem Island, Norwegen und Japan den jährlichen Fang von fast 1.400 Walen gestatten, teils sogar im Antarktis-Schutzgebiet. Island und Norwegen dürften sogar mehr Wale töten, als sie durchschnittlich in den letzten Jahren gejagt haben.

Der Entschließungsantrag im Original

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