Artenschutzkonferenz: Haie weiter ungeschützt

Dienstag, März 23, 2010
Doha, Katar
Die Artenschutzkonferenz CITES in Doha verweigerte heute morgen mehreren Hammerhai-Arten und dem Weißspitzen-Hochseehai einen Schutzstatus.

„Die Artenschutzkonferenz traut sich nicht, einige Fischarten zu Schützen, obwohl diese den Schutz dringen nötig hätten,“ kommentiert Dr. Ralf Sonntag, Meeresbiologe des IFAW (Internationaler Tierschutz-Fonds). „Manche Populationen der zum Schutz vorgeschlagenen Haiarten haben in den vergangenen Jahren um bis zu 90 Prozent abgenommen. Den Handel mit ihnen nicht zu kontrollieren, ist grob fahrlässig.“


Im Nordwestatlantik wurde beispielsweise die Population des Bogenstirn Hammerhais zwischen 1986 und 2000 um 89 Prozent dezimiert. Eine Expertengruppe der FAO (Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen) nimmt einen Rückgang um 83 Prozent für dieselbe Population an in einem Zeitraum von 1981 bis 2005 und sogar einen 90-prozentigen Verlust der Population im Südwestatlantik.


„Die Population des Weißspitzen-Hochseehais ist in manchen Gebieten um 60 bis 70 Prozent gesunken,“ so Sonntag weiter. „Auch er ist ein Opfer des Beifangs und der Haifischflossen-Suppe. Es ist unverständlich, warum die Konferenzteilnehmer alle wissenschaftlichen Erkenntnisse ignorieren.“


Die Flossen beider Haiarten sind sehr begehrte Zutaten für die Haifischflossensuppe, da sie besonders hohe Knorpelanteile haben. Vielfach landen die Tiere als Beifang in den Fischereinetzen. Ihnen werden dann lediglich die Flossen abgeschnitten, der Körper wird zurück ins Meer geworfen.


Weder der Antrag, den Bogenstirn-Hammerhai auf Anhang II des Artenschutzübereinkommens zu listen, noch der Antrag, den Weißspitzen Hochseehai in denselben Anhang aufzunehmen, erhielt die erforderliche Zweidrittelmehrheit.

Kommentar schreiben:

Pressekontakt

Andreas Dinkelmeyer
Telefon:
+49 (0)40 866 500 15
Mobiltelefon:
+49 (0)173 622 75 39
E-Mail: