Jahr des Tigers: letzte Chance für Tiger
Eine Marktstudie in China der Environmental Investigation Agency (EIA) aus 2009 belegt ein erschreckendes Ausmaß des Handels, der, obwohl illegal, in aller Öffentlichkeit stattfindet.
Besonders der Handel mit sogenannten Gesundheitselixieren, die häufig von Tigerfarmen produziert werden, wird von der chinesischen Regierung zunehmend geduldet.
„In China leben über 6.000 Tiger in Gefangenschaft,“ erklärt Peter Pueschel, IFAW Experte für Wildtierhandel. „Die Besitzer der Tigerfarmen wollen mit dem Verkauf von Tigerprodukten Profite erwirtschaften und drängen mit aller Macht auf eine Marktöffnung. Dass die chinesische Regierung dies unterstützt, ist eine Katastrophe für die Tiger in freier Wildbahn.“
Vor 100 Jahren lebten weltweit etwa 100.000 Tiger in Freiheit, heute sind es nur noch 3.500. In China leben davon noch etwa 50 wilde Tiger. Der Verlust des Lebensraums, immer weniger Beutetiere und vor Allem die Wilderei bedrohen diese Art.
„China muss die Tigerfarmen schließen und jeden Handel mit Tigerprodukten unterbinden,“ so Pueschel weiter. „Der jetzige geduldete Handel fördert die Nachfrage und bringt die wilden Tiger weiter in Gefahr. China hat es in der Hand, damit das Jahr des Tigers für die letzten wild lebenden Tiger auch zu einem guten Jahr wird – oder zu einer Katastrophe.“
Tiger sind international durch das Washingtoner Artenschutzübereinkommen (engl. CITES – Convention on International Trade in Endangered Species of Wild Fauna and Flora) streng geschützt. Auch in China gibt es ein nationales Verbot für den Handel mit Tigerprodukten.
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