Kanada bläst zur Jagd auf 50.000 Kegelrobben

Montag, Februar 8, 2010
Guelph, Kanada
Die kanadische Regierung hat angekündigt, Anfang dieser Woche die Jagd auf bis zu 50.000 Kegelrobben an der Ostküste freizugeben. Der IFAW (Internationaler Tierschutz-Fonds) verurteilt diese Jagd, die überwiegend in Naturschutzgebieten stattfindet.

Die Zahl bedeutet, dass drei von vier neugeborenen Kegelrobben in diesem Jahr getötet werden.
„Diese staatlich geförderte Ausrottung zielt auf die hilflosesten aller Kreaturen ab,“ so Dr. Ralf Sonntag, Meeresbiologe des IFAW-Deutschland. „Es gibt keine ökonomischen oder ökologischen Gründe, die dieses Gemetzel rechtfertigen. Weder gibt es Hinweise, dass sich Fischbestände durch die Jagd erholen, noch gibt es Absatzmärkte für die Felle.“
Beobachter haben ausgesagt, dass die sogenannte „Ernte“ von Kegelrobben eine der grausamsten Jagden überhaupt ist. Die verängstigten Jungtiere werden zusammengetrieben, erschlagen und vor den Augen ihrer noch säugenden Geschwister und Mütter gehäutet. Robbenjäger dürfen in das Aufzuchtgebiet eindringen, um die drei Wochen alten Robben zu töten, bevor sie schwimmen und ins Wasser fliehen können, wo sie schwerer zu erlegen wären.
Die Jagd auf Kegelrobben ist der Auftakt der alljährlichen Robbenjagdsaison, die im März mit der großangelegten Jagd auf Sattelrobben ihren traurigen Höhepunkt hat. Deren Brutalität veranlasste leztes Jahr die Europäische Union, ein Handelsverbot für alle Robbenprodukte zu erlassen.
„Die Welt blickt auf Kanada – wegen der Olympischen Spiele. Aber die Welt blickt auch auf dieses archaische Gemetzel, das im Schatten des Megaevents stattfindet,“ so Dr. Sonntag. „Es wird der kanadischen Regierung nicht gelingen, von der sinnlosen und grausamen Jagd abzulenken.“

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