EU verbietet Handel mit Robbenprodukten

Montag, Juli 27, 2009
Brüssel, Belgien
Brüssel, Belgien, 27.07.2009 – Der Ministerrat der Europäischen Union verabschiedet heute ein EU-weites Handelsverbot für alle Robbenprodukte. Der IFAW (Internationaler Tierschutz-Fonds) begrüßt diese Entscheidung als letzten notwendigen Schritt zur endgültigen Einführung eines solchen Gesetzes. Das Handelsverbot ist ein Meilenstein in der seit 40 Jahren andauernden IFAW-Kampagne zur Beendigung der kommerziellen Robbenjagd in Kanada.

„Es ist ein absolutes Erfolgserlebnis, nach Jahren harter Arbeit diesen entscheidenden Durchbruch erzielt zu haben“, sagt Dr. Ralf Sonntag, Leiter des IFAW in Deutschland. „Schon in diesem Jahr konnten wir beobachten, wie allein die Ankündigung des EU-Handelsverbots die Robbenjagd massiv reduziert und zehntausenden Robben das Leben gerettet hat.“ Der IFAW wird die Einführung des Handelsverbots genau überwachen, nachdem das Gesetz in Kraft getreten ist. Das dürfte im Sommer 2010 der Fall sein. „Wir erwarten außerdem, dass die Robbenjagd weiterhin unaufhaltsam auf ihr sicheres Ende zusteuert. Europa und Russland haben die Zeichen der Zeit erkannt. Nur Kanada hinkt beim Tierschutz immer noch hinterher“, so Dr. Sonntag weiter.
Die indirekten Subventionen und Kosten, die Kanada für die Jagd aufwenden muss, übersteigen längst den minimalen Ertrag, den die Jagd erwirtschaftet. Die Robbenjagd 2009 brachte weniger als eine Million Euro ein. Die kanadische Regierung lässt indes keinen Zweifel daran, dass sie trotz des Handelsverbots auch in Zukunft ihre Wirtschaftsbeziehungen mit der EU aufrechterhalten wird. Die kanadische Regierung erwartet, dass ein kürzlich geschlossenes Abkommen zwischen Kanada und der EU das Handelsvolumen um 26 Milliarden Euro steigern wird.
Der IFAW unterstützt die symbolische Enthaltung Österreichs bei der Abstimmung. Die österreichische Regierung will damit gegen die im Gesetz enthaltenen Ausnahmeregelungen protestieren, sie fordert ein uneingeschränktes Handelsverbot. Nach Einschätzung des IFAW wird der Handel in Europa jedoch trotz der Ausnahmeregelungen zum Erliegen kommen.
Die Enthaltung Rumäniens und Dänemarks bedauert der IFAW, da hier eindeutig ökonomische über ethische Interessen gestellt werden.

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