Kanada beendet Robbenjagdsaison

Dienstag, Juni 16, 2009
Ottawa
Gestern beendete die kanadische Regierung offiziell die Jagd auf Sattelrobben für das Jahr 2009. Etwa 72.000 Jungtiere wurden nach Informationen des IFAW (Internationaler Tierschutz-Fonds) bisher getötet, also nur ca. ein Viertel der erlaubten Quote von 280.000 Sattelrobben.
 

Die drastisch gesunkene Zahl getöteter Tiere fällt zusammen mit extrem niedrigen Preisen für Robbenfelle. In diesem Jahr zahlen Käufer nur noch 9 Euro pro Fell, halb so viel wie noch im letzten Jahr. Zu dem Preisrückgang hat auch die Ankündigung der EU beigetragen, den Handel mit Robbenprodukten EU-weit verbieten zu wollen. Am 5. Mai 2009 stimmte das EU-Parlament für ein solches Handelsverbot, der EU-Ministerrat wird es voraussichtlich am 25. Juni beschließen. Etwa neun Monate später tritt das Verbot in Kraft, es könnte also zur nächsten Jagdsaison schon wirksam sein.

„Die mangelnde Nachfrage nach Robbenprodukten in diesem Jahr hat über 200.000 Robbenjungen einen grausamen und unnützen Tod erspart,“ so Dr. Ralf Sonntag, Meeresbiologe des IFAW-Deutschland. „Es ist an der Zeit, dass die kanadische Regierung die veränderten Bedingungen akzeptiert und sich endlich darum kümmert, wirtschaftliche Alternativen für die Region zu schaffen.“

In diesem Jahr hat der IFAW weltweit wichtige Entscheidungen gegen kommerzielle Robbenjagden bewirkt. Insgesamt 30 Staaten haben inzwischen den Handel mit Robbenprodukten verboten, darunter sieben der wichtigsten Exportländer Kanadas. Die russische Regierung hat Anfang des Jahres die Jagd auf Robben verboten, die jünger als ein Jahr sind und damit die kommerzielle Jagd auf Sattelrobben im Weißen Meer beendet. Erstmalig in der Geschichte brachte der kanadische Senator Mac Harb eine Gesetzesvorlage zur Beendigung der Robbenjagd im kanadischen Unterhaus ein.

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