Robbenjagd wird fortgesetzt

Donnerstag, April 9, 2009
Ottawa, Kanada
Die kommerzielle kanadische Robbenjagd geht in die zweite Phase: Gestern eröffnete das Fischereiministerium die Jagd im nördlichen Teil des Sankt-Lorenz-Golfes – 64.000 Jungtiere sind hier zum Töten freigegeben. Nach Informationen des IFAW (Internationaler Tierschutz-Fonds) werden sich viele Robbenjäger aufgrund fehlender Nachfrage nach Robbenfellen dieses Jahr möglicherweise nicht an der Jagd beteiligen.
 

Kanadischen Medienberichten zufolge bieten Käufer in diesem Jahr nur umgerechnet neun Euro pro Robbenfell an, 2006 waren es noch ca. 61 Euro. Robbenjäger sagen, dass die Teilnahme an der Jagd sich bei diesem Preis nicht mehr lohne. Im März bekamen die Jäger im südlichen Sankt-Lorenz-Golf noch etwa 18 Euro pro Fell, davon sollen allerdings 5,5 Euro von der Provinz Quebec subventioniert worden sein. In den Lagerhallen befinden sich anscheinend auch noch viele Felle von der Robbenjagd 2008.

„Es freut uns natürlich, wenn die Marktbedingungen diesem grausamen Treiben ein Ende setzen,“ kommentiert Sheryl Fink, Wissenschaftlerin des IFAW. „Offenbar haben viele Felle der fast 20.000 im März getöteten Robben noch keine Abnehmer gefunden. Die kanadische Regierung hat also mit dem Festsetzen einer sogar noch erhöhten Jagdquote bewiesen, dass sie sich um die Wirtschaftlichkeit der Jagd überhaupt nicht kümmert. Welchen Sinn macht es, Hunderttausende von Robben zum Töten freizugeben, wenn man weiß, dass die Jäger die Felle überhaupt nicht loswerden? Das ist verantwortungslos und zynisch.“

Trotz wachsenden internationalen Drucks hält die kanadische Regierung an der Robbenjagd fest. Handelsminister Stockwell Day bekräftigte letzte Woche, dass seine Regierung ein mögliches EU-weites Handelsverbot für Robbenprodukte bei der Welthandelsorganisation (WTO) anfechten werde. Das EU-Parlament stimmt voraussichtlich Anfang Mai über ein EU-weites Handelsverbot ab.

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