17.200 Robben in den ersten Tagen der Jagd getötet

Donnerstag, März 26, 2009
Charlottetown, Kanada
Kanadas Fischereiministerium beendete gestern den ersten Teil der Robbenjagd im Sankt-Lorenz-Golf – die Jäger haben in den ersten drei Tagen bereits 17.200 Sattelrobben getötet. Am Freitag wird die Jagd in einer anderen Region des Golfes fortgesetzt. Beobachter des IFAW (Internationaler Tierschutz-Fonds) dokumentieren die Jagd.
„Wir haben gerade wieder ein klassisches Beispiel für die Grausamkeit der Jagd gesehen,“ erzählt Sheryl Fink, Wissenschaftlerin des IFAW. „Eine verletzte, blutende Robbe flüchtete ins Wasser, bevor der Jäger sie erwischen konnte. Er versuchte noch, sie an den hinteren Flossen wieder herauszuziehen, aber sie verschwand. Dieses Tier wird ziemlich sicher unter Wasser sterben, aber nicht in den offiziellen Fangzahlen auftauchen. Ich bin sicher, wir werden genügend Filmmaterial sammeln, um auch die letzten Zweifler von der Grausamkeit der Jagd zu überzeugen.“

Während die Robbenjagd in Kanada weitergeht, entscheidet die EU über ein Handelsverbot für Robbenprodukte. Die Bundesregierung gab am Montag bekannt, ihrerseits nun zügig ein nationales Handelsverbot einführen zu wollen. Der nun diskutierte Gesetzentwurf weist allerdings ein riesiges Schlupfloch auf. Er will den Handel mit Produkten zulassen, die von Robben stammen, die auf die traditionelle Art der Inuit getötet wurden. Alle Robbenjäger nutzen aber diese Jagdmethoden, so dass ein solches Gesetz wirkungslos wäre.

„Die Bundesregierung unternimmt hier einen wichtigen Schritt, insbesondere, falls es in der EU nicht zu einer baldigen Einigung kommt,“ so Dr. Ralf Sonntag, Leiter des deutschen IFAW-Büros. „Aber die Regierung muss bei dem Gesetzentwurf nachbessern. Der Bundestag hat schon 2008 einen zweiten, veränderten Gesetzentwurf eingebracht. Dieser muss nächste Woche ins Kabinett gehen und kein anderer. Sonst bringt die Inititative der Bundesregierung für die Robben absolut gar nichts.“

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