Tierschützer retten Pinguinwaisen

Freitag, Oktober 31, 2008
Kapstadt, Südafrika
Rettungsteams kamen gestern verlassenen Pinguinküken vor der Westküste Südafrikas zu Hilfe, denen der Hungertod drohte. Die Hilfsaktion ist Teil eines Projektes zum Schutz des Brillenpinguins, das der IFAW (Internationaler Tierschutz-Fonds) gemeinsam mit der südafrikanischen Organisation SANCCOB (Southern African Foundation for the Conservation of Coastal Birds) und anderen Naturschutzgruppen ins Leben gerufen hat.

35 Pinguinküken bargen die Helfer von der Insel Dyer, einer wichtigen Brutkolonie im südafrikanischen Atlantik in der Nähe von Kapsadt. Vermutlich kommen auch von anderen Brutkolonien noch viele Tiere hinzu. Die Küken sind als zweite Brut ungewöhnlich spät im September geschlüpft. Im Oktober beginnen aber die erwachsenen Pinguine mit ihrem jährlichen Federwechsel, der Mauser. In dieser Zeit ist ihr Gefieder nicht mehr wasserdicht und sie können nicht ins Wasser zum Fischfang. Die Konsequenz: die Kücken bekommen keine Nahrung und verhungern.

Die Zahl der Brillenpinguine sinkt seit Jahrzehnten dramatisch. Sie stehen unter strengem Naturschutz und werden in der Roten Liste der IUCN (International Union for the Conservation of Nature) als gefährdet geführt. Von ehemals zwei Millionen Paaren im letzten Jahrhundert sind im Jahr 2008 nur noch 26.000 Brutpaare im gesamten südlichen Afrika übriggeblieben.

„Bei so einer starken Gefährdung der Population ist jedes einzelne Küken wertvoll,“ so Dr. Elvira von Schenck vom Tierrettungsteam des IFAW. „Daher werden die Pinguine in der SANCCOB-Station drei Monate lang von Hand aufgezogen, bis sie wieder in ihre Kolonien ausgewildert werden können.“

In den letzten zwei Jahren wurden insgesamt etwa 1300 Pinguine in der Station versorgt. Mehr als 80 Prozent konnten gesund und kräftig wieder in die Freiheit entlassen werden.

Wissenschaftler erforschen noch die Gründe für die starke Abnahme der Population und für das späte Brüten der Pinguine. Sie sind sich aber darüber einig, dass Überfischung und Veränderungen der Strömungen und der Wassertemperaturen zu einer Verringerung der Fischbestände geführt haben, von denen sich die Pinguine ernähren. Für letztere Faktoren könnte die Klimaveränderung verantwortlich sein. Außerdem liegen die Kolonien an einer stark befahrenen Tankerroute, wodurch die Tiere Ölverschmutzungen und Ölunfällen ausgesetzt sind.

Post a comment

Pressekontakt

Andreas Dinkelmeyer (IFAW, Germany)
Telefon:
040-86650015
Mobiltelefon:
0173-6227539
E-Mail:

Experten

Kampagnenberater
Kampagnenberater
Brian Sharp, Leiter Rettungseinsätze, Einsatzkoordinator für Strandungen
Leiter Rettungseinsätze, Einsatzkoordinator für Strandungen
Dr. Ian Robinson, Vizepräsident für Kampagnen und internationale Angelegenheiten
Vizepräsident für Kampagnen und internationale Angelegenheiten
Gail A'Brunzo, Leiterin IFAW Wildtierschutz
Leiterin Wildtierschutz, IFAW
Katie Moore, Leiterin Marine Mammal Rescue and Research
Programmdirektorin Tierrettung
Shannon Walajtys
Leiterin des Bereichs Katastrophenhilfe
Vivek Menon, Regionaldirektor Südasien
Regionaldirektor Südasien