Sieg des Artenschutzes: eBay verbietet den Handel mit Elfenbein

Montag, Oktober 20, 2008
Hamburg
Wenige Stunden bevor der IFAW (Internationaler Tierschutz-Fonds) eine neue internationale Studie über den Handel mit geschützten Wildtieren und Wildtierprodukten im Internet veröffentlicht, kündigte das Internetauktionshaus eBay an, jeglichen Handel mit Produkten aus Elefanten-Elfenbein auf seinen Webseiten zu verbieten. Die Regelung soll ab dem 1. Januar 2009 in Kraft treten. Diese Entscheidung ist eine Folge intensiver Verhandlungen zwischen dem IFAW und eBay.
Der IFAW-Bericht „Tod per Mausklick“ deckt einen regen, weitgehend unkontrollierten und in großen Teilen vermutlich illegalen Online-Handel auf, der eine unmittelbare Bedrohung für viele geschützte Arten darstellt. Fast zwei Drittel der weltweiten Geschäfte werden über eBay abgewickelt.

Die sechswöchige Untersuchung des IFAW entdeckte über 7.000 Angebote von Wildtierprodukten oder lebenden Tieren auf 183 Internetseiten in elf Ländern. Im Fokus waren nur Produkte von Tieren, die laut Washingtoner Artenschutzübereinkommen (CITES) den höchsten Schutzstatus haben. Fast 73 Prozent aller fraglichen Artikel bestanden aus Elefanten-Elfenbein, 20 Prozent der Anzeigen boten exotische Vögel feil. Aber auch Produkte von anderen Wildtieren wie Wildkatzen, Primaten und Meeresschildkröten sind erhältlich. Trauriger Spitzenreiter in diesem blutigen Geschäft sind die USA: 70 Prozent des gesamten Handels findet auf US-Internetseiten statt.

„eBay hat mit dem Verbot eine wichtige Entscheidung für den Schutz der Elefanten getroffen“, so Robert Kless vom IFAW. „Es besteht kein Zweifel, dass nun alle Online-Händler diesem positiven Beispiel folgen und jeden Handel mit Wildtieren verbieten müssen.“

In Deutschland wurden 151 Wildtierangebote auf 14 Webseiten gefunden. 60,3 Prozent der Verkäufe wurden über Henrys.de (52) und eBay.de (39) abgewickelt.

Der größte Teil des weltweiten Online-Handels dreht sich um Elfenbeinprodukte. Über 5.000 Artikel wurden im Untersuchungszeitraum gefunden. Dabei ist der Handel seit 1989 illegal, von wenigen Ausnahmen abgesehen. Dennoch finden sich haufenweise Schnitzereien, Armbänder und sogar ganze Stoßzähne im Internet.

Der internationale Wildtierhandel ist ein Riesengeschäft, das von Interpol mit mehreren Milliarden US-Dollar jährlich beziffert wird. Über 20.000 Elefanten fallen jährlich Wilderern zum Opfer, um den illegalen Elfenbeinmarkt zu beliefern.

Der IFAW wird die Internetseiten von eBay auch in Zukunft intensiv beobachten, um zu überprüfen, ob das Verbot auch umgesetzt und kontrolliert wird.

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