Bundeskanzler Gusenbauer soll Robben retten

Freitag, November 30, 2007
Wien
Einen Aufruf, schnellstmöglich ein nationales Handelsverbot für Robbenprodukte umzusetzen, übergibt der IFAW (Internationaler Tierschutz-Fonds) heute dem österreichischen Bundeskanzler Alfred Gusenbauer (SPÖ).
Außerdem überreicht Dr. Ralf Sonntag, Direktor des IFAW Deutschland, eine vom IFAW in Auftrag gegebene Infratest-Studie, nach der 84,7 Prozent der Österreicher die Robbenjagd ablehnen. 80,5 Prozent sprechen sich für ein nationales Handelsverbot für Robbenprodukte aus.

Der österreichische Nationalrat stimmte am 24. April 2007 einheitlich für einen Antrag auf ein Handelsverbot für Robbenprodukte. Bundeskanzler Gusenbauer hat seine Zustimmung zu einem Handelsverbot signalisiert. „Ein nationales Handelsverbot für Robbenprodukte in Österreich wäre ein klares Signal gegenüber Kanada, dass Österreich mit der völlig überflüssigen Jagd auf Hunderttausende von Robben nichts zu tun haben will“, so Dr. Ralf Sonntag, Meeresbiologe und Direktor des IFAW Deutschland. „Außerdem wäre ein österreichisches Handelsverbot ein riesiger Schritt in Richtung eines EU-weiten Handelsverbotes.“ Jahrzehntelange, weltweite Proteste konnten die kanadische Regierung nicht davon abbringen, alljährlich das brutale Abschlachten von mehr als 300.000 jungen Sattelrobben zu erlauben. Der IFAW setzt sich daher für nationale Handelsverbote u.a. in Europa ein, um die Absatzmärkte zu schließen und damit der kanadischen Robbenjagd die ökonomische Grundlage zu entziehen.

Nationale Handelsverbote für Robbenprodukte gibt es bereits in den USA, Mexiko, Kroatien, Slowenien und seit diesem Jahr auch in Belgien und den Niederlanden. In Deutschland gibt es einen Bundestagsbeschluss für ein Handelsverbot, es ist aber noch nicht umgesetzt. In Italien und Frankreich gibt es starke politische Signale für Handelsverbote. Der Fototermin findet heute um 15.30 Uhr im Bundeskanzleramt statt.

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