Inselrepublik ignoriert internationales Verbot

Donnerstag, Oktober 19, 2006
Reykjavik
Nach einer Pause von zwei Jahrzehnten will Island den kommerziellen Walfang wiederaufnehmen. Dies gab die isländische Regierung bekannt. „Damit missachtet Island das Walfang-Verbot, das die Internationale Walfang-Kommission (IWC) 1986 beschlossen hat,“ erklärt Dr. Ralf Sonntag, Leiter des deutschen Büros der Tier- und Artenschutz-Organisation IFAW (Internationaler Tierschutz-Fonds).
Zum Fang freigegeben wurden 30 Zwergwale und neun Finnwale, die bei der IWC als gefährdet eingestuft sind. Schon im Jahr 2003 hatte Island begonnen, wieder Wale zu fangen – dies aber als „wissenschaftlichen Walfang“ deklariert, den die Statuten der IWC erlauben.

Viele Länder protestierten. Die Botschafter von Deutschland, Groß-britannien, Frankreich, Schweden und den USA wurden bei der isländischen Regierung vorstellig. Auch Argentinien, Australien, Belgien, Brasilien, Finnland, Italien, Irland, Kenia, Mexiko, Monaco, die Nie-derlande, Neuseeland, Österreich, Portugal, Peru, San Marino, Spanien und die Schweiz hatten die Protestnote unterzeichnet.

Sonntag: „Unbegreiflich, dass die kleine Inselrepublik den Protest fast der gesamten Welt ignoriert. Hinzu kommt: Nur wenige Isländer essen überhaupt Walfleisch – nach einer Gallup-Umfrage des IFAW sind es gerade 1,1 Prozent der Bevölkerung von 300.000.“

Sonntag macht auf einen weiteren Aspekt aufmerksam: „Island hat im Whalewatching einen Tourismus-Zweig, der sich prächtig entwickelt und weitere neue Jobs verspricht. Walfang ist da schädlich. Welcher Tourist will schon die Schönheit eines Wals beobachten, wenn er weiß, dass der Gigant am nächsten Tag grausam abgeschlachtet wird?“

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