Europaweiter Elfenbeinhandel boomt im Internet

Dienstag, Oktober 17, 2006
Den Haag
Der Internethandel mit illegalen Produkten von Wildtieren boomt. Eine Studie des IFAW (Internationaler Tierschutz-Fonds) untersuchte in den Niederlanden den Wildtierhandel über einen Monat lang im Netz. Die Ergebnisse sind erschreckend.
Über 600 illegale Angebote von Wildtieren oder deren Produkte werden auf niederländischen Internetseiten angeboten. Elfenbein ist dabei das am häufigsten gehandelte Produkt, obwohl der Handel seit 1989 weitestgehend verboten ist. Aber auch Teile anderer hochgradig gefährdeter Arten wie Tiger, Panther, Leopard und Luchs, sind zu haben. Besonders der Online-Händler „Marktplaats“, eine Ebay-Tochtergesellschaft, ist den Rechercheuren aufgefallen. Täglich sind dort 8.000 Angebote allein von gefährdeten Vogelarten zu finden.

Momentaufnahmen der Angebote bei Ebay am 15. und 16. Oktober in Großbritannien und Frankreich zeigen ein ähnliches Bild. In Großbritannien fand der IFAW 363 Elfenbeinprodukte im Angebot, in Frankreich sogar 425.

Erfreulicher ist das Bild in Deutschland, hier gab es nur ein Angebot in diesem Zeitraum. Grund: Der IFAW hatte mit Ebay Deutschland verhandelt und Anfang des Jahres erreicht, dass der größte Internet-Marktplatz für den Elfenbeinhandel strenge Richtlinien erlässt. Die Angebote gingen darauf schlagartig zurück. Eine ähnlich beispielhafte Zusammenarbeit will der IFAW auch in anderen Ländern mit Ebay und seinen Marktkonkurrenten erreichen.

„Die Studien in den verschiedenen Ländern zeigen die erschreckenden Ausmaße des Internethandels mit illegalen Produkten, dem unzählige Wildtiere zum Opfer fallen“ erklärt Peter Pueschel, Leiter der IFAW-Kampagne gegen Wildtierhandel. „Regierungen und die großen Anbieter wie Ebay müssen dem illegalen Handel einen Riegel vorschieben. Gerne stehen wir vom IFAW ihnen mit unserer Expertise zur Seite. Das Beispiel Deutschland belegt, dass dies wirkungsvoll möglich ist.“

Experten schätzen, dass jedes Jahr mindestens 10.000 Elefanten für den illegalen Elfenbeinhandel sterben. Deswegen fordert der IFAW ein vollständiges Verbot für Elfenbeinhandel. Das Washingtoner Artenschutz-Übereinkommen (WA oder engl. CITES) kann bei seinem nächsten Treffen im Juni 2007 in Den Haag darüber entscheiden.

Post a comment

Pressekontakt

Andreas Dinkelmeyer (IFAW, Germany)
Telefon:
+040-866 500 15
Mobiltelefon:
+0173 – 622 75 39
E-Mail: