Ausnahme vom Elfenbein-Handelsverbot: aufgeschoben, nicht aufgehoben

Freitag, Oktober 6, 2006
Genf
Die Entscheidung über den einmaligen Abverkauf von 60 Tonnen Elfenbein aus den Lagerbeständen von drei südafrikanischen Ländern ist noch nicht gefallen. Der zur Zeit tagende Ständige Ausschuss des Washingtoner Artenschutzübereinkommens (WA, engl. CITES) in Genf hat sie bis zur nächsten Sitzung vor der WA-Konferenz im Juni 2007 aufgeschoben. Somit wird der Lagerverkauf dann erneut verhandelt.
Seit 1990 ist der Elfenbeinhandel weltweit verboten. Im Jahr 2002 hatte die WA-Konferenz den einmaligen Verkauf von 60 Tonnen Elfenbein aus Lagerbeständen in Botswana (20 Tonnen), Namibia (10 Tonnen) und Südafrika (30 Tonnen) unter bestimmten Bedingungen genehmigt. So müssen die Export- und Importländer effektive Kontrollen des Elfenbeinhandels nachweisen. Aber bislang konnten sie keine zuverlässigen Daten ermitteln. Beispielsweise kann das Kontrollsystem noch keine Informationen liefern, in welchem Land die Elefanten gewildert wurden, deren Stoßzähne (15 Tonnen) im letzten Jahr beschlagnahmt worden waren.

Auch die Käuferländer müssen anerkannt werden. Japan und China hatten sich als Käufer beworben. Trotz mangelnder Überwachung des Elfenbeinhandels in Japan akzeptierten die Delegierten das Land als Käufer der Lagerbestände. China  wurde dagegen nicht akzeptiert. Zu viele Beschlagnahmungen geschmuggelten Elfenbeins und ein Report vom IFAW (Internationaler Tierschutz-Fonds) über die mangelnde Überwachung trugen dazu bei.

„Der Aufschub des Verkaufs gibt uns Zeit, die WA-Mitgliedsländer weiter von den Gefahren des Elfenbeinhandels für die Elefanten zu überzeugen,“ erklärt Peter Pueschel, Leiter der IFAW-Kampagne gegen Wildtierhandel. „Auch Japan hätte nicht als Käuferland akzeptiert werden dürfen. Heute erfuhren wir, dass dort 3 Tonnen Elfenbein beschlagnahmt wurden - ein Warnsignal dafür, dass weiterhin tausende von Elefanten gewildert werden, um den illegalen Markt zu versorgen. Langfristig werden wir die Elefanten dieser Welt nur durch ein absolutes Handelsverbot schützen können“.

Post a comment

Pressekontakt

Andreas Dinkelmeyer (IFAW, Germany)
Telefon:
+040 - 866 500 15
Mobiltelefon:
+0173 - 622 75 39
E-Mail: