Tauziehen um Gorillas beendet

Freitag, September 15, 2006
Kapstadt
Die Regierung von Malaysia hat entschieden, dass sie keine Besitzansprüche mehr erhebt. Damit ist für vier Gorillas der Weg von Pretoria/Südafrika zurück nach Kamerun frei. Der IFAW (Internationaler
Tierschutz-Fonds) hat sich bereit erklärt, den Transport zu übernehmen.
Damit zeichnet sich das Ende einer jahrelangen politischen Groteske ab. Im Jahr 2001 kaufte der Zoo von Taiping/Malaysia vier junge Gorillas. Sie wurden über Südafrika nach Malaysia transportiert. Dieser Handel war illegal.
Es gab Anhaltspunkte dafür, dass die vier Tiere in Kamerun in freier Wildbahn gefangen worden waren. Die Regierung von Kamerun forderte die Rückführung in ihr Land. Malaysia erkannte die Ansprüche nicht an und schickte die Gorillas 2002 nach Südafrika zurück, weil sie von dort gekommen waren.
Südafrika nahm die Tiere zunächst in Quarantäne. Vor zwei Jahren übergab der Staat sie dann aber dem National-Zoo in der Landeshaupt-stadt Pretoria.
Kameruns Forderungen folgte Südafrika nicht, weil Malaysia formal immer noch im Besitz der Tiere war.
Nachdem der IFAW zusammen mit anderen Tier- und Artenschutz-Organisationen wie der Born Free Foundation die Position Kameruns („unser Naturerbe") unterstützt hatte, stimmte Südafrika zwei unabhän-gigen DNA-Tests zu, die Schlüsse über die Herkunft verschaffen sollten.
Die Tests – einer wurde in Deutschland vorgenommen – ergaben zweifelsfrei:
Die vier Flachland-Gorillas stammten aus Kamerun. Daraufhin verzichtete Malaysia jetzt auf seine Besitzansprüche.
„Wir übernehmen die Kosten, damit die Rückführung der inzwischen sieben Jahre alten Gorillas jetzt unverzüglich über die Bühne gehen kann," erklärt
Jason Bell-Leask vom IFAW-Büro in Kapstadt.

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Ulrich Schnapauff (IFAW, Germany)
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