In den USA halten Schausteller 5.000 Tiger und Löwen - IFAW weist auf Sicherheitslücken und Verstöße gegen Tierschutz hin

Samstag, August 26, 2006
Washington
In den USA gibt es annähernd 700 Amateur-Tierhaltungen. Sie stellen zusammen rund 5.000 Großkatzen aus (Tiger, Löwen, Panther, Jaguare). In den letzten Jahren kam es mit ihnen zu mehr als hundert Zwischenfällen, davon 13 mit tödlichem Ausgang.
Dies nahm der IFAW (Internationaler Tierschutz-Fonds) zum Anlass für eine Untersuchung. Überprüft wurden in 11 Staaten 42 Schausteller. Für das Halten von Großkatzen verfügen alle über eine Genehmigung durch das US-Landwirtschaftsministerium. Nach 18 Monaten Arbeit legt der IFAW das Untersuchungsergebnis in einem Report vor. Titel: „Fatal Attractions“ (verhängnisvolle Attraktionen).
 
In den 42 Einrichtungen fand der IFAW unter anderem vor:
 
- die Mehrheit von ihnen hat die Großkatzen ohne Beachtung von Sicher-heitserfordernissen untergebracht, vielfach gibt es keinerlei Trenngitter
 
- meistens konnten Kinder direkten Kontakt mit den Tieren haben
 
- viele Tierschauen haben keine Wärter oder Aufseher, einige lassen Kinder diese Arbeit übernehmen
 
- Tiere erhalten verrottetes Fleisch, einige sind untergebracht in Käfigen  mit verschmutztem Wasser, Exkremente und tote Tiere liegen herum.
 
„Der Report zeigt: Die bestehende Genehmigungspraxis des Landwirt-schaftsministeriums garantiert weder öffentliche Sicherheit noch artgerechte Haltungsbedingungen,“ erklärt Greg Wetstone vom IFAW-Büro in Washington.
 
Der Report gibt der US-Regierung und den einzelnen Staaten Emp-fehlungen für Gesetzesänderungen. Dabei arbeitete der IFAW zusammen mit dem Kongressabgeordneten Jim Ryun (früher weltbekannter Leichtathlet, u.a. als Meilen-Weltrekordler).
                                                                                                  
Die Untersuchung schließt nicht die regulären Zoos ein und ebenfalls nicht die privat gehaltenen Großkatzen – ihre Zahl wird auf noch einmal 5.000 geschätzt.
 
Zur Situation in Deutschland erklärt Dr. Elvira Schettler vom IFAW-Büro in Hamburg: „Wie viele Großkatzen bei uns außerhalb der regulären Zoos gehalten werden, ist schwer zu sagen, da eine zentrale Registrierung be-dauerlicherweise nicht stattfindet. Im Gegensatz zu den USA scheint eine Haltung von Löwen oder Tigern wie die hier untersuchte jedoch eher selten zu sein. In jedem Fall bedarf es einer besonderen Genehmigung, wenn man streng geschützte und auch potentiell gefährliche Großkatzen halten will. In einigen Bundesländern ist das Halten gefährlicher Tiere wildlebender Arten durch Privatpersonen grundsätzlich verboten.“ 
 
Der Report (in englischer Sprache), Fotos zum Thema und sendefähiges Videomaterial können geladen werden unter www.thenewsmarket.com/ifaw.

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