Mexiko verbietet Import

Freitag, Februar 24, 2006
Mexiko City
Meeressäugetiere und Primaten dürfen nach Mexiko nicht mehr eingeführt noch von dort ausgeführt werden. Die Regierung beschloss einen entsprechenden Erlass.
Auch ist jetzt der Im- und Export  von Seelöwen und Manatis verboten,  außerdem Einfuhr und Ausfuhr aller Produkte dieser Tierarten. 
 
„Für die Tierschutz-Politik ist der Erlass außerordentlich bedeutsam, denn sie war in den letzten Jahren von mehreren Behörden ausgehöhlt worden,“ erklärt Beatriz Bugeda, beim IFAW (Internationaler Tierschutz-Fonds) Leiterin des mexikanischen Büros.
 
Höhepunkt einer Reihe von Skandalen war das Jahr 2003, als ein Illegaler und vom zuständigen Ministerium dennoch genehmigter Import von 28 Delphinen von den Salomonen-Inseln aufgedeckt wurde. Die Tiere gingen an verschiedene Delphinarien. Der IFAW hat das seltsame Gebaren des Ministeriums bis in alle Details untersucht und in einer Studie festgehalten. Damit hat er zur Abschaffung der Missstände beigetragen.
 
In Mexiko und anderen Teilen der Welt sind Delphinarien in den letzten Jahrzehnten wie Pilze aus dem Boden geschossen. Deutliches Beispiel ist Europa: Während es hier bis 1960 kein einziges Delphinarium gab, sind es heute mehr als 30 mit rund 250 Delphinen. Dabei listen sowohl das Washingtoner Artenschutz-Übereinkommen als auch EU-Gesetze die Tiere als bedrohte Arten.      
 
Mit Delphin-Schauen lässt sich viel Geld machen. Der Kaufpreis für einen  Delphin beträgt nach Angaben von IFAW-Experten weniger als € 100.000, aber ein Delphin macht rund € 1.000.000 Umsatz pro Jahr. Besucher von  Delphinarien zahlen bis zu € 50 Eintritt.
 
In Europa hat Spanien die meisten Delphinarien und Delphine: 10 Einrichtungen mit 88 Tieren. 
 
Viele Delphinarien legen, zusätzlich zu den Schauvorstellungen, gegen Sonderzahlungen neuerdings Programme auf wie „Mit Delphinen schwimmen“, „Delphin-Therapie für Kinder“ und Streichelbecken. Sie erhöhen noch einmal den Druck auf die sensiblen Tiere.  
 
Nach Ansicht des IFAW ist diese Entwicklung bedenklich, denn die Delphinarien beuten die Tiere kommerziell aus und bieten keine artgerechte Haltung. 
 
Großbritannien hat in den letzten Jahren alle Delphinarien abgeschafft. Viele Länder, darunter Mexiko, verbieten Wildfänge. Länder, die immer noch Delphine fangen und exportieren sind Kuba, die Salomonen-Inseln, Japan und Russland.
 
In Deutschland gibt es zur Zeit eine heftige Debatte über Pläne, auf Rügen ein Delphinarium einzurichten.

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