Ostasien: Shell lenkt ein und erfüllt IFAW-Forderung zum Schutz von Walen

Donnerstag, März 31, 2005
Moskau
Die Pläne sahen vor, die Pipeline im Ochotskischen Meer genau durch den Hauptfutterplatz der letzten 100 Westpazifischen Grauwale zu legen. Mit großer Wahrscheinlichkeit hätte das zur Aus-löschung dieser Unterart geführt.
Jetzt kündigte Shell an, die Pipeline um 20 Kilometer nach Süden zu verlegen. Jahrelang hatte sie die Forderung des Internationalen Tierschutz-Fonds (IFAW) und anderer Tier- und Naturschutz-Organisa-tionen ignoriert.
 
„Wir begrüßen die neue Entwicklung. Aber bei Shell muss noch mehr Umdenken stattfinden. Es gilt, weitere negative Auswirkungen des Ölförder-Projekts auf die Wale zu vermeiden: Wir fordern, auch die Pläne für die Förder-Plattform zu ändern, die Plattform also ebenfalls zu verlegen,“ kommentiert Dr. Maria Vorontsova vom IFAW-Büro in Moskau.
 
Der Westpazifische Grauwal galt lange Zeit als ausgestorben. Aber seit etwa 1965 wurden einzelne Tiere vor den Küsten Ostasiens gesichtet. Gewissheit über den Fortbestand einer Restpopulation gibt es erst seit 1995, als die wissenschaftliche Beobachtung im Ochotskischen Meer begann, wo sich die Wale jedes Jahr von Juni bis November zur Nahrungsaufnahme aufhalten. Ein Forschungsprogramm über den Rest-bestand hat der IFAW mitfinanziert.
 
Die Ölvorkommen in der Region werden auf 3,3 Milliarden Barrel geschätzt (dazu große Mengen Gas). Neben der Shell, die das Konsortium SEIC anführt, sind im Ochotskischen Meer auch ExxonMobil und BP tätig. Die westlichen Mineralöl-Unternehmen wollen in den nächsten vier Jahren bis zu 14 Milliarden Dollar investieren. 
 
Einen Teil der Gelder stellt die Europäische Bank für Wiederaufbau und Entwicklung bereit. Ein Investitionsvolumen von 100 Milliarden Dollar ist für die weitere Erforschung und Nutzung der Bodenschätze unter dem Ochotskischen Meer in den nächsten vierzig Jahren veranschlagt.

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