Nordkaper kollidieren mit Schiffen: neuer Todesfall vor der amerikanischen Ostküste

Dienstag, Januar 18, 2005
Yarmouth Port
Innerhalb der letzten sechs Wochen vier Todesfälle bei der am stärksten gefährdeten Wal-Art, dem Nordkaper: Diese Häufung alarmiert Tier- und Artenschützer in aller Welt. Sofortige und energische Schritte zu Schutzmassnahmen fordert der IFAW (Internationaler Tierschutz-Fonds) zusammen mit anderen Organisationen von der US-amerikanischen Fischereibehörde
Der Gesamtbestand dieser Glattwal-Art beträgt nicht mehr als 300 bis 350  Tiere. Er hält sich ganzjährig vor der Ostküste der USA auf, im Sommer weiter nördlich, im Winter weiter südlich. Die einst großen Bestände im West- und Ostatlantik brachte der Walfang an den Rand der Ausrottung. Dem Nordkaper war zum Verhängnis geworden, dass er ein äußerst langsamer Schwimmer ist. Die angelsächsischen Walfänger nannten ihn  deshalb „Right Whale“, den für sie richtigen Wal.
 
„Es kommt jetzt auf jeden einzelnen Wal an,“ sagt Erin Heskett vom IFAW-Büro in den USA. „Eine solche Mortalitätsrate wie dieser Tage kann nicht verkraftet werden.“ Unter den vier Todesfällen waren zudem mindestens zwei tragende Kühe. Eine von ihnen ist wahrscheinlich von einem Schiff der Marine zu Tode gerammt worden. 

Die größte Bedrohung der Wale geht von Schiffahrt und Fischerei aus. Ein bis drei Tiere kommen jedes Jahr bei Zusammenstößen mit Schiffen ums Leben. 72 Prozent der Nordkaper weisen Narben von Fischereigeschirr auf. Die Verwicklung in Leinen oder Netze kann in wenigen Tagen zum Tod führen oder mittelfristig das Ende bedeuten, wenn die Leine ins Fleisch schneidet und dies zu einer Entzündung führt. 

Hinzu kommt eine nicht bekannte Zahl von Todesfällen weiter draußen auf dem Atlanitk. Heskett: „Die Behörde muss sich unverzüglich etwas einfallen lassen. Sie muss den Schiffsverkehr anders regeln, etwa  Geschwindigkeiten herabsetzen, Routen verlegen. Es kann doch nicht sein, dass diese Wal-Art vor unseren Augen ausstirbt.“

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