Neue Studie belegt illegale Offerten

Hamburg
Der Handel mit Elfenbein auf den internationalen Seiten des Internet-Auktionshauses eBay floriert und trägt zur Gefährdung wild lebender Elefanten-Populationen bei. Das belegt die heute vom IFAW (Internationaler Tierschutz-Fonds) veröffentlichte Studie „Bidding for Extinction“.
Der IFAW überprüfte eine Woche lang das eBay-Angebot in Deutschland, Großbritannien, Australien, China, den Niederlanden, Frankreich, Kanada und den USA und fand über 2.200 Artikel aus Elefanten-Elfenbein. Mehr als 90 Prozent davon verletzten selbst eBays eigene Bestimmungen zum Wildtierhandel.

Generell ist der Verkauf von Elfenbein verboten. Es gibt Ausnahmen, z.B. bei Antiquitäten, deren Legalität jedoch mit behördlichen Genehmigungen nachgewiesen werden muss. In vielen Ländern ist es bei eBay jedoch möglich, Elfenbein-Artikel ohne die notwendigen Papiere anzubieten – obwohl das den Regularien auf den meisten eBay-Seiten widerspricht. Diese werden jedoch nicht effektiv umgesetzt: eBay entfernte nur sehr wenige der vom IFAW beanstandeten Artikel aus seinem Angebot.

Das ist in Deutschland anders. Durch eine Zusammenarbeit mit dem eBay-Sicherheitsteam erreichte der IFAW, dass auf dem deutschen Portal nur noch Elfenbein mit gültigen Papieren angeboten werden darf. Dies wird von eBay und dem IFAW überwacht. Seitdem ist der Handel mit Elfenbein-Produkten auf den deutschen eBay-Seiten um ca. 95 Prozent zurückgegangen.

Da der Handel aber grenzüberschreitend funktioniert und eine dauerhafte Überprüfung der globalen Angebote sehr kompliziert und aufwändig ist, appelliert der IFAW an die eBay-Konzernleitung, den Handel mit Elfenbein weltweit generell zu verbieten. Damit würde eBay alle Schlupflöcher schließen und ein klares Signal für den Schutz von Elefanten setzen.

„Das Internet bietet Kriminellen die Möglichkeit, Schmuggelware anonym loszuwerden,“ so Peter Pueschel, Programm-Manager des IFAW für den Bereich Wildtierhandel. „Das Geschäft mit Elfenbein boomt, weil es gigantische Gewinne ohne Risiko verspricht. eBay sollte seinen Einfluss als größter Online-Marktplatz nutzen und mit einem internationalen Auktionsverbot dem millionenschweren illegalen Geschäft den Boden entziehen.“

Letzte Woche präsentierte der IFAW seine aktuelle Studie Vertretern der eBay-Zentrale in den USA. Diese versprachen, ihre Bestimmungen bezüglich des Wildtierhandels in den nächsten Wochen zu überprüfen.

Die Problematik des illegalen Wildtierhandels im Internet wurde inzwischen auch von Vollzugsbehörden und Politikern erkannt. Daher wird diese Thematik auch auf der Tagesordnung der Artenschutzkonferenz (CITES) in Den Haag Anfang Juni stehen.

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