Zwanzig Jahre nach seiner Gründung hat das russische Bärenwaisenprojekt erneut vierzehn Bären ausgewildert

Die IFAW Rettungszentrum für Bärenwaisen hat im September und Oktober vierzehn Bären ausgewildert.Das IFAW Projekt zur Rehabilitation und Auswilderung verwaister Bärenjungen feiert in diesem Jahr sein zwanzigjähriges Bestehen. Doch seit 1995 hat sich vieles getan. Aus einem ursprünglichen Experiment ist mittlerweile ein Bärenrettungszentrum geworden, das über das fachliche Know-how und die Ausrüstung für die erfolgreiche Rehabilitation und Auswilderung von Bärenwaisen verfügt. Dazu gehören Transportfahrzeuge, große Freigehege im Wald, wo die Bären zuerst ihren künftigen Lebensraum erkunden können, Spezialfutter, tierärztliche Betreuung und ein ausgefeiltes Dokumentationssystem, um die Arbeit weiter zu verbessern.

In diesem Jahr beherbergte das Rettungszentrum sechzehn Bären und damit mehr als in den vergangenen Jahren. Nach einer fürsorglichen Pflege und ersten Rehabilitationsmaßnahmen im warmen Bärenhaus und danach in den Freigehegen, konnten im September und Oktober vierzehn Bären ausgewildert werden. Mehr dazu unter: Weitere russische Bärenjunge kehren in die Freiheit zurück

Unser Projekt hatte auch großen Anteil an einer sehr wichtigen Entscheidung der russischen Regierung zugunsten des Tierschutzes: dem Verbot der Winterjagd auf Bären. Bei dieser grausamen Jagd wurden Bärenmütter, kurz nachdem sie in einer Höhle zwei bis vier Junge zur Welt gebracht hatten, mit Hunden aus der Höhle gescheucht und erschossen. Die meisten Bärenjungen, die beim Rettungszentrum eingeliefert wurden, waren Opfer dieser Jagd geworden.

Wir hatten jahrelang für ein Verbot der Bärenjagd gekämpft und den Behörden Beweismaterial vorgelegt, das zeigte, dass die Winterjagd ganze Populationen ausrottet, indem die Bärenweibchen und der von ihnen abhängige Nachwuchs getötet werden. Nach Einführung des Verbots halbierte sich die Anzahl der Bärenjungen im Rettungszentrum. So können wir seitdem auch Bären aus weit entfernten Gegenden wie Sibirien und dem europäischen Norden Russlands aufnehmen.

Besonders berührend ist die Geschichte von Yasha und Misha. Die beiden Bärenbabys wurden im März 2015 zu Waisen, als ihre Mutter durch Baumfällarbeiten in der Nähe der Höhle verschreckt wurde und floh. Das geschah in der Region Kostroma. Unser Kollege Vassily fuhr 800 Kilometer, um die beiden zu retten, und nochmals 800 Kilometer, um sie ins Rettungszentrum zu bringen. Die beiden Kleinen wurden auf die Namen Yasha und Misha getauft. Die Region Kostroma hatte darum gebeten, die beiden Bären auch wieder in ihrer Herkunftsregion auszuwildern und fand dafür auch den perfekten Ort: das Kologriv-Naturreservat, ein gut bewachtes Naturschutzgebiet.

Als die Bären so weit waren, um allein in der Wildnis überleben zu können, machten wir uns mit ihnen auf den Weg zum über tausend Kilometer entfernten Ort ihrer Auswilderung. Am zweiten Tag der Reise wurde einem der Bären ein Funkhalsband angelegt. Dann wurden sie mit den reservatseigenen Geländefahrzeugen zum Auswilderungsort gefahren. Diese Reise dauerte nochmals mehrere Stunden, da der Untergrund durch den ersten Schnee schon nass und matschig war. Mehrere Male blieben die Geländefahrzeuge im Matsch stecken. Der erste Schnee blieb jedoch nicht lange liegen. Die Temperaturen wurden milder, sodass sich die Bären von wilden Beeren und Pflanzen im Naturschutzgebiet ernähren konnten.

Jetzt bereiten wir uns auf die nächsten Bärenbabys vor, die Anfang Januar eintreffen werden. Denn dies ist die Zeit, wenn Bärenweibchen Nachwuchs bekommen. Und auch im kommenden Jahr wird es leider wieder einige unter ihnen geben, die sich aus unterschiedlichen Gründen nicht um ihre Kleinen kümmern können.

Helfen Sie zu Weihnachten, die Bärenwaisen in Russland zu versorgen und andere Tiere auf der ganzen Welt zu retten.

Mila Danilova

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Experten

Kampagnenberater
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Brian Sharp, Leiter Rettungseinsätze, Einsatzkoordinator für Strandungen
Leiter Rettungseinsätze, Einsatzkoordinator für Strandungen
Céline Sissler-Bienvenu,Direktorin Frankreich und frankophones Afrika
Direktorin Frankreich und frankophones Afrika
Gail A'Brunzo, Leiterin IFAW Wildtierschutz
Leiterin Wildtierschutz, IFAW
Veterinarian, DVM, PhD - IFAW Beijing
Tierärztin, DVM, PhD
Katie Moore, Leiterin Marine Mammal Rescue and Research
Programmdirektorin Tierrettung
Shannon Walajtys, Leiterin IFAW Katastrophenhilfe
Leiterin des Bereichs Katastrophenhilfe
Vivek Menon, IFAW Senior-Berater Strategische Partnerschaften
Senior-Berater Strategische Partnerschaften