Wie geht’s weiter mit dem Artenschutz? CITES-Ausschuss tagt in Genf

Wird hoch gehandelt auf dem Schwarzmarkt: Nashorn-Horn
Dienstag, Juli 8, 2014
Hamburg

Seit gestern tagt in Genf der Ständige Ausschuss des Artenschutzübereinkommens CITES. Bei seiner 65. Zusammenkunft steht das CITES-Gremium unter enormem Druck, sich den drängenden Problemen der Wilderei und des Wildtierhandels anzunehmen. Es ist das erste Treffen seit der CITES-Vertragsstaatenkonferenz in Bangkok im März 2013 und dauert noch bis zum 11. Juli.

„Noch nie war der Druck auf die Vertragsstaaten größer, zu ihren in Bangkok gemachten Versprechen zu stehen“, so Peter Pueschel, IFAW-Beauftragter bei Internationalen Konventionen, der an der Konferenz teilnimmt. „Die Wilderei und der illegale Wildtierhandel bringen einige der symbolträchtigsten Tierarten an den Rand der Ausrottung. Deshalb muss der Ausschuss fordern, dass alle Vertragsstaaten sich streng an die Beschlüsse von Bangkok halten und zur Verantwortung gezogen werden, wenn sie es nicht tun.“

Der IFAW fordert unverzügliches Handeln von den Vertragsstaaten in folgenden Punkten:

  • Elefanten:
    Wie in Bangkok beschlossen, sollen acht Staaten Aktionspläne vorlegen, um den illegalen Elfenbeinhandel und die Elefantenwilderei einzudämmen.
  • Nashörner:
    Der IFAW fordert von den Vertragsstaaten, jeglichen legalen Handel mit Nashornhorn abzulehnen. Dazu gehört auch der Verkauf von Lagerbeständen, da der das Überleben der Arten weiter gefährden würde.
  •  Jagdtrophäen:
    Die CITES-Konferenz beschloss, die Definition von „Jagdtrophäe“ in Bezug auf Nashörner zu überprüfen, um Missbrauch auszuschließen. Der IFAW fordert eine sehr strenge und eng gefasste Definition für alle Arten.
  • Konfiszierte Exemplare:
    Der IFAW fordert Änderungen an der bestehenden Regelung: Die Rehabilitation und Auswilderung konfiszierter Tiere soll unterstützt und der Verkauf im Land des Aufgriffs verboten werden.
  • Asiatische Großkatzen
    Der IFAW fordert genaue Berichte zur aktuellen Situation des Handels mit Großkatzen von China und anderen Ländern.
  • Nationale Gesetze zur Durchsetzung von CITES-Bestimmungen:
    Der IFAW fordert, dass der Ständige Ausschuss Maßnahmen beschließt gegen Staaten, die noch keine nationalen Gesetze zur Durchsetzung von CITES-Bestimmungen eingeführt haben und sich nicht an die Termine zu deren Implementierung halten.

Für den IFAW nehmen Peter Pueschel, Beauftragter für Internationale Konventionen, und Paul Todd, Rechtsexperte, an der Konferenz teil und stehen für Interviews und weitere Informationen zur Verfügung.

Kommentar schreiben:

Pressekontakt

Dörte von der Reith
Telefon:
040-86650033
Mobiltelefon:
0160-90486493
E-Mail: