Welt-Pangolin-Tag: Können Schuppentiere noch vor dem Aussterben gerettet werden?

Freitag, 17 Februar, 2017
Hamburg

Welt-Pangolin-Tag: Können Schuppentiere noch vor dem Aussterben gerettet werden?Hamburg, 17. Februar 2017 – Morgen ist Welt-Pangolin-Tag. Die kleinen Schuppentiere sind das am häufigsten illegal gehandelte Säugetier weltweit und vom Aussterben bedroht. Während sie einmal weite Teile Asiens und Afrikas bewohnten, schwinden ihre Populationen heute aufgrund einer massiven und wachsenden Nachfrage nach ihren Schuppen, von denen in der ostasiatischen Medizin angenommen wird, dass sie heilende Eigenschaften haben. Schuppentierfleisch gilt außerdem als Statussymbol.

Nach einer Datenanalyse des IFAW (International Fonds for Animal Welfare) gab es im vergangenen Jahr eine erschütternde Anzahl von beschlagnahmten Pangolinschuppen und -fleisch in den Herkunfts-, Transit- und Handelsländern. Letzten Sommer beschlagnahmte Hongkong 13,4 Tonnen Pangolinschuppen in drei separaten Aufgriffen, die aus Kamerun, Nigeria und Ghana stammten. Im Dezember griffen chinesische Behörden die bis dahin größte illegale Ladung von 3,1 Tonnen aus Nigeria auf, während Malaysia 2,9 Tonnen aus der Demokratischen Republik Kongo beschlagnahmte.

Online-Berichte zeigen, dass seit 2015 mindestens 74 Aufgriffe von Pangolinen und Pangolinprodukten von insgesamt etwa 2.300 Tieren (lebend oder tot), über 7.800 Tonnen gefrorenem Pangolinfleisch und über 45.000 Tonnen Schuppen erfolgten. Der IFAW schätzt, dass diese Beschlagnahmungen etwa 42.000 Pangoline repräsentieren, die gewildert und illegal gehandelt wurden. In den beiden vorangegangenen Jahren (2013 - 2014) waren es im Vergleich dazu etwa 18.500 Tiere. Darüber hinaus stellt die beschlagnahmte Menge nur einen Bruchteil des tatsächlichen Handels dar. INTERPOL schätzt, dass nur 10 bis 20 Prozent der Schmuggelware tatsächlich von den Behörden entdeckt wird. Daher schätzen wir die Zahl der tatsächlich gewilderten und gehandelten Schuppentiere seit 2015 auf etwa 420.000 Tiere.

„Pangoline fallen dem ultimativen Raubtier zum Opfer: dem Menschen“, sagt Robert Kless, Leiter des IFAW-Deutschland. „Die Geschwindigkeit, mit der Pangoline gewildert werden, ist beispiellos und nicht nachhaltig. Wir sollten diese ungewöhnlichen Tiere wegen ihrer Bedeutung für die Natur wertschätzen, nicht als Statussymbol. Wir haben in der letzten Zeit einige wichtige Siege für den Schutz der Schuppentiere errungen, aber jetzt müssen wir sicherstellen, dass die Entscheidungen auch konsequent umgesetzt und angewendet werden, wenn wir das Verschwinden dieser exotischen Art nicht miterleben wollen. Es muss die Nachfrage gestoppt und Wilderei und illegaler Wildtierhandel wirksam bekämpft werden.“

Die IFAW leitete Kampagnen für einen besseren Schutz von Pangolinen in den USA und international. Mit anderen NGOs forderte der IFAW, alle acht Arten von Pangolinen im „US Endangered Species Act“ als „gefährdet“ einzustufen. Bei der Artenschutzkonferenz in Johannesburg beschlossen die Mitgliedsstaaten, den internationalen Handel mit allen Schuppentierarten komplett zu verbieten.

„Während der Gedanke schrecklich ist, dass alle Arten gefährdet sind, müssen wir hoffen, dass die neuen Schutzmaßnahmen diese wunderbaren Tiere vor dem Aussterben retten werden, bevor es zu spät ist“, sagt Jane Goodall, Gründerin des Jane Goodall Institute, UN Botschafterin des Friedens und Ehrenmitglied des IFAW-Aufsichtsrats.

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