Welt-Elefanten-Tag – Hoffnung für die Dickhäuter?

Freitag, 11 August, 2017
Hamburg

Morgen ist Welt-Elefanten-Tag – er wurde 2012 von Elefantenschützern ins Leben gerufen, um auf die Bedrohung der sensiblen Dickhäuter aufmerksam zu machen. Die Wilderei-Krise hat in den letzten Jahren Rekordausmaße angenommen. Nach Experten-Schätzungen werden jährlich mindestens 20.000 Elefanten wegen ihres Elfenbeins getötet.

Aber es gibt auch Grund zur Hoffnung. Die verheerende Wilderei-Situation hat zu einer Gegenbewegung geführt: Regierungen und internationale Gremien verschärfen die Gesetze zum Elfenbeinhandel, rüsten auf im Kampf gegen die Wilderei und immer mehr Staaten vernichten ihre beschlagnahmten Elfenbein-Bestände, um das weiße Gold für immer aus dem Verkehr zu ziehen.

„Die weltweiten Bemühungen, alle Elfenbeinmärkte zu schließen, geben Anlass, diesen Welt-Elefanten-Tag auch zu feiern", so Robert Kless, Leiter des IFAW (International Fund for Animal Welfare) in Deutschland. „Die in den letzten Jahren eingeführten Maßnahmen verschiedener Staaten und Organisationen zeigen, dass ein Umdenken stattgefunden hat. Jetzt müssen wir den Druck aufrechterhalten, um den Elfenbeinhandel und die Wilderei endgültig zu beenden. Für jedes Stück Elfenbein, das in irgendeinem Land über den Ladentisch geht, ist irgendwo ein Elefant gestorben.“

Gerade diese Woche kündigte eBay an, sich gemeinsam mit dem IFAW für Gesetze gegen den illegalen Wildtierhandel einzusetzen. Eine weitere sehr positive Entwicklung ist die Ankündigung Chinas, seine kommerziellen Elfenbeinmärkte bis Ende 2017 zu schließen. Die USA verabschiedeten 2016 ein fast vollständiges Handelsverbot für Elfenbein. Die EU hat kürzlich den Handel mit Elfenbein weiter eingeschränkt, weitere Maßnahmen werden derzeit diskutiert. Viele Regierungen, zuletzt die USA, vernichteten ihre Lagerbestände an konfisziertem Elfenbein.

Die eskalierende Wilderei der letzten zehn Jahre führte zu großer Besorgnis bei Naturschützern. Mehr als 100.000 Elefanten wurden zwischen 2010 und 2012 getötet. Nach einer Studie von 2016 (Great Elephant Census) sind die Elefantenpopulationen zwischen 2007 und 2014 um 30 Prozent geschrumpft. Die Zahl der Waldelefanten ging durch Wilderei um 62 Prozent zurück.

„Um die Wilderei zu beenden, müssen wir jedes Glied in der Handelskette zerschlagen – vom Angebot bis zur Nachfrage“, so Kless weiter.

Der IFAW fordert ein vollständiges Verbot des internationalen Elfenbeinhandels, die Schließung nationaler Märkte und die Vernichtung von Elfenbein-Lagerbeständen.

Der IFAW arbeitet mit internationalen Organisationen wir INTERPOL und nationalen Vollzugsbehörden zusammen, um Wildtier- und Umweltkriminalität zu bekämpfen. In Kooperation mit dem Kenya Wildlife Service (KWS) startete der IFAW in Kenia das Pilotprojekt tenBoma, das neueste Datentechnologie nutzt, um Ranger und Strafverfolger in die Lage zu versetzen, Wilderer zu stellen, bevor sie töten. Aufklärungskampagnen in Hauptabnehmerländern wie China sollen Konsumenten davon abhalten, Wildtierprodukte zu kaufen. Für Vollzugsbeamte führt der IFAW Seminare durch, um ihnen die nötige Expertise zur Identifikation illegaler Wildtierprodukte zu liefern

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Regionaldirektor Südliches Afrika und Programmdirektor Naturschutz
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Robert Kless, Leiter IFAW Deutschland
Leiter IFAW Deutschland
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Leiterin der Kampagne gegen illegalen Online-Wildtierhandel, IFAW Großbritannien
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Senior-Berater Strategische Partnerschaften