Welches Krokodil steckt im Damenschuh?

Auf diese spannende Frage bin ich heute bei einem Termin im Zoologischen Museum der Universität Hamburg gestoßen.

Schuhe, Gürtel oder Geldbörsen aus Leder von Schlangen,  Krokodilen oder anderen Reptilien sind leider nach wie vor beliebte Artikel, die auch gerne mal als Urlaubssouvenir mit nach Hause gebracht werden. Ist das Mitbringsel aus einem Material hergestellt, welches von einem geschützten Tier stammt, wird man bei der Einreise in sein Heimatland schnell zu einem Fall für die Zollbehörden. Denn die Einfuhr solcher Produkte ist verboten und nur in Ausnahmefällen mit entsprechenden Dokumenten möglich.

Für den Verbraucher ist es häufig schwer, wenn nicht gar unmöglich, zu erkennen, ob die Krokotasche oder der Schlangenlederschuh nun von einem geschützten Tier stammt oder nicht. Und auf die Auskunft des Verkäufers ist leider allzu oft kein Verlass, steht doch sein Interesse am Geschäft im Vordergrund.

Unser Appell daher: grundsätzlich Finger weg von Produkten, die von einer gefährdeten Tierart stammen könnten.

Das gleiche Problem haben allerdings auch die Zollbeamten, die an den Flughäfen und Landesgrenzen das Gepäck der Aus- oder Einreisenden kontrollieren. Sie müssen erkennen, ob das Produkt aus Material gefertigt ist, das von einem geschützten Tier stammt. Dies ist umso schwerer, wenn Leder, Haut, Fell oder Federn stark be- bzw. verarbeitet wurden. Ein Schuh oder eine Handtasche beispielsweise sind aus zahlreichen einzelnen Lederstückchen zusammengenäht, deren Anordnung nichts mehr mit der Haut des lebenden Tieres zu tun hat. Die gängigen Bestimmungsbücher zu Identifizierung der genauen Art helfen dann nur wenig. Was jetzt zählt, sind spezielle Kenntnisse und Erfahrung.

Im Zoologischen Museum der Universität Hamburg können Zollbeamte in Ausbildung lernen, wie anhand von kleinen, aber charakteristischen Merkmalen die Krokodils- oder Schlangenart identifiziert werden kann. Es geht um die Beantwortung von Fragen wie: Ist das Schuppenmuster nur aufgeprägt oder doch echt? Zu welchem Körperteil des betreffenden Tieres passt ein Lederstück? Kann man davon Identifizierungsmerkmale ableiten?

Zu dieser Tätigkeit gehört viel Erfahrung, Engagement und großes Interesse des jeweiligen Zollbeamten. Wir Verbraucher haben es da einfacher: Im Zweifelsfall einfach nicht kaufen.

--RK

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Robert Kless, Leiter Wildtier-Kampagnen, IFAW Deutschland
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Vivek Menon, Regionaldirektor Südasien
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