Warum Elefanten für uns so besonders sind

 

 

Meine Frau und ich arbeiten schon seit den 1980er Jahren als Tierfotografen. In Afrika und auf der ganzen Welt fotografieren wir Wildtiere. Unweigerlich stellt man uns da oft die Frage: „Welches Tier fotografierst du am liebsten?“

Die Frage ist leicht zu beantworten. Meine Frau und ich sind uns einig – Elefanten! Klar, sie sind nicht so schön und so geheimnisvoll wie Leoparden. Sie sind auch nicht so anmutig wie ein Gepard (den wir oft als das Laufstegmodel der Tierwelt bezeichnen). Und sie haben auch nicht die majestätische Aura eines männlichen Löwen oder Tigers. Doch dies sind alles Katzen. Und jeder, der schon mal eine Katze hatte, weiß, dass sie die meiste Zeit ihres Lebens schlafen.

Elefanten hingegen sind stets mit irgendwas beschäftigt. Wenn sie tagsüber schlafen, tun sie dies stehend und immer recht kurz. Es sei denn, es handelt sich um Kälber, dann liegen sie alle Viere von sich gestreckt in Mamas Schatten. Ansonsten legen sie sich nur ein oder zwei Stunden am frühen Morgen hin. Die restliche Zeit sind sie aktiv.

Und mit ihrer einzigartigen Extremität, dem Rüssel, können sie sehr viele Dinge anstellen, die erstaunlich menschlich wirken. Wir können stundenlang dasitzen und sie fotografieren oder einfach nur wie gebannt zuschauen, wie sie ihre Rüssel benutzen, um Futter in ihre Mäuler zu stopfen, sich ein Auge zu reiben, sich am Ohr zu kratzen, ein Kalb zu liebkosen, leckere Häppchen wie die Marula-Frucht vom Boden aufzuheben, die Rinde vom Baum abzuziehen, Gras oder kleine Pflanzen auszurupfen, einen Baum zu schütteln oder bis in seine oberen Äste zu greifen, um Früchte zu pflücken oder Wasser an einem Wasserloch aufzuschlürfen, um es dann wieder auszuspritzen.

Wir haben mit Tränen in den Augen beobachtet, wie sie sanft über die Knochen anderer verstorbener Elefanten streichen, in Gedenken an das verlorene Familienmitglied. Elefanten haben ein Verständnis vom Tod und trauern um ihre Verstorbenen.

Einmal haben wir beobachtet, wie ein alter Bulle im Hwange-Nationalpark in Simbabwe in der Nähe eines Wasserlochs an Altersschwäche starb. Alle Elefanten, die zum Trinken vorbeikamen, gingen zuerst zu dem alten Bullen, der hilflos auf dem Boden lag, berührten ihn sanft mit ihren Rüsseln, blieben eine Weile ruhig stehen und gingen dann bedächtig davon.

Ein paar junge Bullen brachten in ihren Rüsseln Wasser und versuchten dem alten Bullen wieder Leben einzuflößen. Sie stellten sich so, dass ihre Körper dem riesigen, im Sand liegenden Kopf Schatten spendeten. Viel später, nachdem der Bulle seinen letzten Atemzug getan hatte, hoben einige Elefanten am Wasserloch ihre Rüssel und begannen, laut zu trompeten. Es hallte weit durch die Ebene und konkurrierte mit dem Donner eines schnell heranziehenden Gewitters.

Ja, Elefanten sind zweifellos unsere Lieblingstiere. Ihre sozialen Strukturen sind unseren sehr ähnlich. Ihre Empfindungen, ihr Leben und ihr Verhalten ähneln unserem auf so erstaunliche Weise – wenn wir Menschen uns doch nur die Zeit nähmen, um zu schauen, was wir von den sanften Dickhäutern alles lernen können.

Wir haben schon oft gesagt, dass wir sofort dabei wären, wenn es eine Möglichkeit gäbe, den Rest unseres Lebens jeden Tag mit Elefanten zu verbringen.

Lassen Sie uns alles daran setzen, dass es für den Rest unseres Lebens weiterhin Elefanten gibt und dass auch unsere Kinder und deren Kinder sie noch erleben dürfen.

Daryl Balfour

Helfen Sie uns Druck auf die Regierungen auszuüben, bevor es zu spät ist. Unterschreiben Sie unsere Petition.

Post a comment

Experten

Céline Sissler-Bienvenu,Direktorin Frankreich und frankophones Afrika
Direktorin Frankreich und frankophones Afrika
Dr. Joseph Okori, Regionaldirektor Südliches Afrika und Programmdirektor Natursc
Regionaldirektor Südliches Afrika und Programmdirektor Naturschutz
Faye Cuevas, Esq., Vizepräsidentin
Vizepräsidentin
Grace Ge Gabriel, Regionaldirektorin Asien
Regionaldirektorin Asien
James Isiche, Regionaldirektor Ostafrika
Regionaldirektor Ostafrika
Jason Bell, IFAW Vizepräsident Natur- und Tierschutz
Vizepräsident Natur- und Tierschutz
Vivek Menon, IFAW Senior-Berater Strategische Partnerschaften
Senior-Berater Strategische Partnerschaften