Wale und Delfine gehören in die freie Wildbahn und nicht in ein Becken

Ich begrüße die Entscheidung des Hong Kong Ocean Park, keine Belugas aus freier Wildbahn aufzunehmen.

Mit dieser Entscheidung geht der Park anderen Ozeanarien und Meeresfreizeitparks in ganz Asien mit gutem Beispiel voran. In einer öffentlichen Stellungnahme am 29. August teilte der Ocean Park Folgendes mit: „Ursprünglich hatten wir geplant, Belugas für die Polar-Abenteuer-Zone aufzunehmen und mit ihrer Hilfe das Publikum für Klimaschutz zu sensibilisieren. Nach gründlicher Überlegung sind wir jedoch zu dem Schluss gekommen, dass eine Aufnahme von Belugas aus freier Wildbahn nicht angemessen ist.“

Im Ochotskischen Meer in Russland wird eine jährliche Jagd auf Belugas durchgeführt, einzig um den Bedarf von Ozeanarien zu decken. Dies stellt ein gewaltsames Eingreifen in den Lebensraum der Tiere dar, setzt sie unter Stress und kann sogar zu ihrem Tod führen.

Die Walfamilien und Angehörigen der Schulen werden voneinander getrennt. Wenn sie dann ihrem natürlichen Lebensraum entrissen sind, werden sie in Gehege gebracht, wo ihnen nicht nur ihre Familien und sozialen Gruppen fehlen, sondern auch der Platz, den sie gewöhnlich zur Verfügung haben.

Wale und Delfine haben einen sehr großen Bewegungsradius und die Gefangenschaft kann ihnen nicht die gleiche visuelle und auditive Stimulation bieten wie ihr natürlicher Lebensraum. Einrichtungen, die die Tiere in Gefangenschaft halten, sind durch ihre räumlichen Einschränkungen und wirtschaftlichen Sachzwänge nicht in der Lage Bedingungen zu schaffen, unter denen Wale sich natürlich verhalten können und ihre physischen und psychischen Bedürfnisse erfüllt werden.

Die Tiere leiden unter dem Stress des Eingeschlossenseins, was oft zu Aggression oder anderen Verhaltensstörungen führt, sowie ihre Krankheitsresistenz und ihre Lebenserwartung senkt.

Die Lebenserwartung von Walen in Gefangenschaft ist tatsächlich nur halb so groß wie die von Tieren in freier Wildbahn.

Die offensichtliche Beeinträchtigung der Gesundheit der Tiere durch die Jagd, den Transport und die Gefangenschaft in einem begrenzten Becken für ihre gesamte Lebenszeit kann ein angeblicher Bildungsauftrag in keiner Weise rechtfertigen.

Die einzige Botschaft, die der Anblick eines leidenden Tieres in einem Park dem Publikum vermittelt, ist der Irrglaube, dass das Entreißen eines Tieres aus dem natürlichen Lebensraum zur Belustigung von Menschen völlig in Ordnung ist. Zudem entsteht der Eindruck, dass das Verhalten eines gestressten und verhaltensgestörten Tieres sein natürliches ist.

Angesichts des beträchtlichen Beitrags, den der Mensch heutzutage zum Artensterben leistet, ist dies auf keinen Fall die Botschaft, die verantwortungsbewusste Tierparks oder Bildungseinrichtungen an ihr Publikum aussenden sollten, insbesondere nicht an leicht beeinflussbare Kinder.

Neue Meeresfreizeitparks und Ozeanarien schießen in ganz Asien wie Pilze aus dem Boden. Das bedeutet auch gleichzeitig, dass immer mehr Wale und Delfine aus der freien Wildbahn in Gefangenschaft landen.

Der Resorts World Sentosa Marine Life Park steht wegen der Aufnahme von 27 indopazifischen Großen Tümmlern von den Salomonen heftig in der Kritik. Zwei der Delfine sind bereits gestorben.

Wale und Delfine gehören in die freie Wildbahn, nicht in ein Becken, und dabei spielt es keine Rolle wie groß das Becken ist oder wie authentisch der natürliche Lebensraum nachgebildet wird.

Es gibt bessere und tierfreundlichere Methoden, um Publikum zu unterhalten oder aufzuklären, ohne dabei das Wohl von Tieren zu opfern.

Wir vom Internationalen Tierschutzfonds und seine Unterstützer glauben, dass die Entwicklung von aufklärenden Informationstafeln im Hong Kong Ocean Park mehr Respekt für Wildtiere und ihre Lebensräume schaffen kann.

Solche Tafeln sollten das Publikum in Asien zu einer verantwortungsbewussten Lebensweise ermutigen, die sowohl der gesamten Umwelt als auch dem Wohl einzelner Tiere nützt.

- GG

Kommentare: 1

 
Thomas Brueckner
2 Jahre ago

Hallo Grace,
ich finde es super,dass es solche Organisationen wie die IFAW gibt.Und ich freue mich Euch ab dem 15. März 2012 unterstützen zu dürfen.Ich selbst habe ein großes Herz für Tiere aller Art.Mein Kater,den ich seit einem Jahr besitze ist mittlerweile so zutraulich und verschmust,was Anfangs nicht der Fall war.Ich vermute,dass er als kleine Katze misshandelt worden ist,kann es aber nicht beweisen.Er hat auch gegenüber fremden Menschen große Angst und ist sehr scheu.
Der Artikel von Ihnen über die Wale und Delfine hat mir sehr gefallen.
Vor einigen Wochen hatte ich eine Dokumentation über Delfine in Japan gesehen.
Dort werden in einem Vorort von Japan jährlich 23,000 Delfine auf brutale Art und Weiße abgeschlachtet.Ich bekam eine Wut auf diese Delfinjäger.Zum Glück gibt es auch dort eine Organisation,die sich verstärkt für diese armen Tiere einsetzt.
Was ich sehr bewundere ist,dass diese Menschen ihr eigenes Leben auf's Spiel setzen,aber für einen guten Sinn und Wert.

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