VIDEO: Taucher befreit Delfin von Angelschnur

 

Das kürzlich im Netz erschienene Video von Tauchern in Hawaii bei dem Versuch, einen Delfin von einer Angelschnur zu befreien (Video siehe oben), erinnert mich an die vielen Gespräche, die ich über die Jahre darüber geführt habe, wie gefährlich es für Meerestiere ist, sich so zu verfangen. Die meisten sind verwundert, wenn ich erzähle, was für klitzekleine Fremdkörper Tiere schon in Lebensgefahr bringen können. In diesem Fall war es ein Delfin, es hätte aber genauso gut eine Meeresschildkröte, ein Vogel oder ein riesiger Wal sein können. Ich habe so etwas einfach schon zu oft mit eigenen Augen gesehen. 

Ganz am Anfang meiner Laufbahn in Florida führte ich eine meiner ersten Obduktionen bei einer Seekuh durch, die gestorben war, weil sich ein kleines Knäuel Angelschnur im Darm festgesetzt hatte. Ein paar Gramm der Schnur hatten schon ausgereicht, um ein mehrere Hundert Pfund schweres Tier zu töten. 

Ich habe solche Tragödien, für die letztendlich wir Menschen die Schuld tragen, zuhauf beobachtet. Auch bei Rettungseinsätzen, wenn riesige Tiere wie Buckelwale oder Glattwale sich in tödlichen Fischernetzen verheddert hatten. Solche Verhedderungen können es dem Wal schwierig bis unmöglich machen, Nahrung zu sich nehmen, sich zu bewegen oder Infektionen hervorrufen, wenn der Fremdkörper für Monate oder Jahre im oder am Körper des Tieres bleibt. Meistens ist es pures Glück, wenn der Wal ihn von selbst los wird oder er entdeckt, gemeldet und mit Hilfe erfahrener Einsatzkräfte von ihm befreit wird. 

Wenn nichts von alldem eintritt, ist die Verhedderung für den Wal wahrscheinlich sein Todesurteil. Und es genügt eben schon ein recht kleines Stück Schnur, um ein verhältnismäßig großes Tier umzubringen. 

Es ist nahezu unmöglich, immer zur rechten Zeit am rechten Ort zu sein, um den Tieren zu helfen. Ganz davon abgesehen ist die Befreiung eines verfangenen Meerestieres auch sehr gefährlich. Trotz der Spezialausbildung, die Rettungskräfte bekommen und trotz aller zur Verfügung stehenden Spezialausrüstung kann die Befreiung manchmal ein reines Glücksspiel sein. Es braucht eine große Portion Glück dazu, dass überhaupt jemand das Tier findet und meldet, es braucht Glück dazu, dass die Person bis zum Eintreffen der Hilfe beim Tier bleiben kann und es braucht Glück dazu, dass das Wetter stabil bleibt, bis eine sichere Rettungsaktion durchgeführt werden kann.

Es gibt allerdings auch eine Möglichkeit, wie wir alle helfen können. Wir können alle dazu beitragen, dass nicht immer nur der glückliche Zufall entscheidet, indem wir verhindern, dass Müll überhaupt erst ins Wasser gelangt. Helfen auch Sie dabei, dass die Tiere nicht immer nur durch glückliche Zufälle verschont bleiben und heben Sie Müll auf, wenn Sie das nächste Mal irgendwo am Wasser sind.

--BS

Mehr Informationen über unser Team zur Rettung und Erforschung von Meeressäugern finden Sie hier.

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Experten

Kampagnenberater
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Brian Sharp, Leiter Rettungseinsätze, Einsatzkoordinator für Strandungen
Leiter Rettungseinsätze, Einsatzkoordinator für Strandungen
Dr. Ian Robinson, Vizepräsident für Kampagnen und internationale Angelegenheiten
Vizepräsident für Kampagnen und internationale Angelegenheiten
Gail A'Brunzo, Leiterin IFAW Wildtierschutz
Leiterin Wildtierschutz, IFAW
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Programmdirektorin Tierrettung
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