VIDEO: Nashornmutter in Indien wird mit Baby wiedervereint

In dem kurzen Video hört man, wie der Autor die Geräusche eines Babynashorns imitiert und sieht, wie das Kleine und seine Mutter nach kurzer Trennung wiedervereint werden.

Dieser Blog-Beitrag über die Geburt eines Nashornkalbs stammt von Sheren Shresthta, Mitarbeiter des IFAW-WTI-Teams in Indien. - IR

Ein sensationeller Geburtstag für die Nashörner im indischen Assam.

Zum allerersten Mal hat in Indien ein gerettetes, rehabilitiertes und im Manas-Nationalpark ausgewildertes Nashorn Nachwuchs bekommen.

Die frisch gebackene Mutter einer kleinen Tochter, damals von ihren Pflegern auf den Namen Ganga getauft, war während der Überschwemmungen im Jahr 2004 im Kaziranga-Nationalpark als drei Monate altes Kalb von der Forstverwaltung Assam gerettet worden.

Ganga wurde in die Obhut des von IFAW und Wildlife Trust of India (WTI) gemeinsam betriebene Zentrum für Wildtier-Rehabilitation (Center for Wildlife Rehabilitation & Conservation, CWRC) bei Kaziranga übergeben und dort von Hand aufgezogen und rehabilitiert. Im Jahr 2007 waren sie und ein weiteres Nashornweibchen in Manas ausgewildert worden.

"Sie war kurz davor, von den Fluten fortgerissen zu werden, als unsere Mitarbeiter im Baghmara-Camp sie sahen", berichtet stolz der Leiter der Forstverwaltung in Kaziranga NK Vasu, der bei der Rettung dabei gewesen war.

"Sie stiegen in ein Boot und retteten sie. Wir suchten nach ihrer Mutter, konnten sie aber nicht finden. Also übergaben wir sie ans CWRC. Sie war damals in einem sehr kritischen Zustand, doch all unsere Mühen, sie wieder auf die Beine zu bringen, haben sich gelohnt.”

Mother and baby in Manas National Park, India. c. 2013 IFAWDie Forstverwaltung Assam und das IFAW-WTI-Team riefen gemeinsam eine Initiative zur Aufzucht und Auswilderung verwaister oder von ihren Familien getrennter Nashörner im Manas-Nationalpark ins Leben. Dank dieser erfolgreichen Kooperation von Forstverwaltung, Bodoland Territorial Council und IFAW konnten bereits im Jahr 2006 fünf von Hand aufgezogene Nashörner, drei Weibchen und zwei Männchen, im Manas-Nationalpark ausgewildert werden.

Während des Bürgerkriegs in den 80ern und 90ern war der dortige Wildbestand stark dezimiert und die Nashörner gleich ganz ausgerottet worden. Der Manas-Nationalpark wurde von der UNESCO damals als "gefährdet" eingestuft und drohte damit, seinen Status als UNESCO-Weltnaturerbe zu verlieren.

Als zu Beginn der Nullerjahre Frieden in der Region einkehrte, wurden eine Reihe von Initiativen zur Aufstockung des Wildbestand des Parks, darunter auch das Nashorn-Rehabilitionsprojekt, gegründet.

Die Initiativen waren so erfolgreich, dass die UNESCO im Jahr 2011 die Einstufung "gefährdet" wieder zurücknahm.

Ganga war eins der ersten Nashörner, die im Zuge der Wiederansiedelung in Manas ausgewildert wurden und die Geburt ihrer Tochter markiert nun einen weiteren Meilenstein in der Wiederbelebung des Manas-Nationalparks.

Wenngleich es sich hier um den ersten Erfolg dieser Art in Indien handelt, war der IFAW bereits früher bei der Rettung, Rehabilitation und Auswilderung von Nashörnern beteiligt, die sich später in freier Wildbahn fortgepflanzt haben.

Mit Unterstützung des IFAW rehabilitierte das Wildcare Africa Centre in Südafrika zwei Nashörner, Thandi, ein in Namibia gerettetes Spitzmaulnashorn, das heute in einem Reservat in Südfrika lebt und Mbali, ein Breitmaulnashorn, heute in Swasiland zu Hause.

Als ich bei Ganga und ihrem Kleinen nach dem Rechten sehen wollte, erlebte ich ein kleines Drama.

Ganga ließ ihr Kalb im Gebüsch schlafen, während sie selbst in der Nähe graste, verlor dann aber den Geruch ihrer Kleinen.

Glücklicherweise sah ich das Kalb im Gebüsch.

Ich kletterte auf einen Baum und quiekte wie ein Nashornkalb, damit Ganga sie finden konnte.

Ganga lief dreimal knapp neben ihrem Kalb vorbei, aber beim vierten Mal fand sie es wieder.

Im Video können Sie die rührende Wiedervereinigung der beiden anschauen.

--SS

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Kampagnenberater
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