VIDEO: Drei Tigerwaisen in Russland gerettet

Am 27. November tauchten in der Nähe einer Militäreinheit, 8 km entfernt von Yakovlevka, einem Dorf in der Region Primorje im Fernen Osten Russlands, drei junge Tiger auf. Die kleinen Räuber versuchten, einen Hund zu reißen, doch ein Wächter scheuchte die Tiere zurück in den Wald. Beim nächsten Anlauf gelang es den Tigern, eine Henne zu fangen.

Jeder weiß, dass junge Tiger nie ohne ihre Mutter unterwegs sind. Trifft man also auf herumstreunende Tigerjunge, bedeutet das, dass dem erwachsenen Tigerweibchen etwas zugestoßen ist, denn ansonsten hätte es die Kleinen nie allein gelassen. Leider ist in so einem Fall die Tigermutter höchstwahrscheinlich Wilderern zum Opfer gefallen.

Spezialisten versuchten, die Tigermutter ausfindig zu machen – ohne Erfolg. Sie entschieden daraufhin, die Jungen ins Rehabilitationszentrum für Amurtiger in Alekseyevka zu bringen, wo der Internationale Tierschutz-Fonds (IFAW) momentan die Rehabilitation eines verwaisten Tigerweibchens namens Cinderella unterstützt. Cinderella wird voraussichtlich im Mai 2013 in die freie Wildbahn entlassen.

Am 30. November wurde das erste der drei Tigerjungen eingefangen. Das zweite wurde am 2. Dezember und das letzte am 6. Dezember eingefangen und ebenfalls ins Rehabilitationszentrum gebracht. Experten der Organisationen Wildlife Conservation Society, Inspection Tiger sowie der Jagdbehörde beteiligten sich an der Operation.

Zwei der jungen Tiger sind männliche Tiere, das dritte weiblich. Das letzte, erst gestern eingefangene Tigerjunge war ziemlich schwach und wurde sofort medizinisch versorgt. 

Zum jetzigen Zeitpunkt lässt sich schwer sagen, wie es mit den Tieren weitergehen wird. Wir können nur hoffen, dass sie zu gesunden Tigern heranwachsen und die Fähigkeiten erlernen, die sie zum Überleben in der Wildnis brauchen.

Der Vorfall ruft uns einmal mehr in Erinnerung, wie schlecht es um den Schutz von Wildtieren in Russland bestellt ist und wie dringend wir diesen Zustand ändern müssen.

Vor ein paar Wochen nahm ich an einem Experten-Treffen teil, auf dem mögliche Gesetzesänderungen hinsichtlich Besitz, Behandlung und Transport von auf der Roten Liste aufgeführten Tierarten thematisiert wurden. Die Änderungen zielen darauf ab, der Wilderei vorzubeugen und sie unter eine härtere Strafe zu stellen. Der IFAW macht sich vehement für diese Gesetzesänderungen stark

Bis es jedoch so weit ist, werden wir die Rehabilitation der verwaisten Amurtiger nach besten Möglichkeiten unterstützen, um sie im Idealfall am Ende wieder in die Wildnis zu entlassen. Es gibt dort schließlich nicht mal mehr 350 von ihnen. Jedes Leben ist kostbar und im Fall der Amurtiger steht das Überleben einer ganzen Art auf dem Spiel.

--AF

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Experten

Kampagnenberater
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Brian Sharp, Leiter Rettungseinsätze, Einsatzkoordinator für Strandungen
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Dr. Ian Robinson, Vizepräsident für Kampagnen und internationale Angelegenheiten
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Gail A'Brunzo, Leiterin IFAW Wildtierschutz
Leiterin Wildtierschutz, IFAW
Katie Moore, Leiterin Marine Mammal Rescue and Research
Programmdirektorin Tierrettung
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Leiterin des Bereichs Katastrophenhilfe
Vivek Menon, Regionaldirektor Südasien
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