VIDEO: Die Ruhe vor dem Sturm für Wale in Panama?

Während ich, das restliche Team IFAW und jede Menge Regierungsvertreter aus den Mitgliedstaaten sich alle langsam in Panama-Stadt zur Jahrestagung 2012 der Internationalen Walfangkommission (IWC) einfinden, bleibt für Spekulationen über den Verlauf der anstehenden Tage noch viel Raum. Was wird nächste Woche für die Großwale wohl erreicht werden? Welche Rolle wird die IWC, das globale Gremium, das über den Schutz der Wale und die Regulierung des Walfangs bestimmt, in Zukunft spielen?

In den letzten paar Monaten ist der Erwartungsdruck immer weiter gestiegen. Letztes Jahr endete die IWC-Tagung damit, dass Japan, Island, Norwegen und 18 weitere walfangbefürwortende Nationen die Abstimmung über ein neues Walschutzgebiet im Südatlantik und andere Maßnahmen zum Schutz der Wale boykottierten.  

Der Antrag für das Schutzgebiet ist als einer der ersten Programmpunkte für dieses Jahr angesetzt, und es könnte durchaus sein, dass Japan eine ähnliche Taktik wie im letzten Jahr verfolgt, um die 64. IWC-Jahrestagung schon zu beenden, bevor sie überhaupt angefangen hat. Wenn sie aber stattfindet, wird sie jedenfalls in mehrfacher Hinsicht ein historisches Treffen sein.  Vor mittlerweile 30 Jahren verabschiedete die IWC ihr Moratorium für den kommerziellen Walfang und vor 25 Jahren begann Japan mit seinem „wissenschaftlichen“ Walfangprogramm.

Es ist die erste Tagung der IWC, bei dem die Zahlung von Mitgliedsbeiträgen in bar verboten ist. Und es ist voraussichtlich das letzte Mal, dass die Delegierten jährlich zusammenkommen. In Zukunft wird die Tagung alle zwei Jahre stattfinden. IFAW-Mitarbeiter aus Europa, Asien, Australien und den USA werden sich als NGO-Vertreter beteiligen und sich gemeinsam mit den Regierungsdelegationen dafür einsetzen, dass 2012 als ein Jahr des Fortschritts in Sachen Walschutz in Erinnerung bleibt.

Damit das auch wirklich passiert, müssen diejenigen Länder tonangebend sein, die sich für den Walschutz engagieren: das ist beispielsweise die Buenos Aires-Gruppe, ein starker Block aus lateinamerikanischen Ländern, der in den letzten Jahren die Vorreiterrolle in Sachen Walschutz übernommen hat, aber auch die USA, die EU-Länder, Australien, Neuseeland und andere gleichgesinnte Nationen.

Unter der Morgensonne gesellten sich heute ein paar Leute aus dem Team IFAW zu einer farbenfrohen Kundgebung, bei der sich Hunderte von Menschen zu Ehren der Wale auf einem Hang mit Blick über den Panamakanal versammelt hatten. Eine bunt gemischte Truppe aus Männern, Frauen und Kindern, aus Einheimischen und Weithergereisten waren hier zusammengekommen, weil sie alle die Vision von einer Welt teilen, in der Wale frei von den Bedrohungen des kommerziellen Walfangs leben können. Von vielen unbemerkt kreisten währenddessen ein paar Geier hoch über den Köpfen der friedlich Feiernden. Ein Bild, das angesichts der Eröffnung der 64. Jahrestagung der Internationalen Walfangkommission hier in Panama, Bände spricht. 

Wird die IWC sich weiterhin langsam aber sicher für eine zeitgemäße Walschutzagenda öffnen, die von einem immer größer werdenden internationalen Konsens in Sachen Walschutz getragen wird? Oder verbleibt das betagte Forum im Würgegriff von Japan, Island und Norwegen, den letzten drei Ländern, die noch kommerziellen Walfang betreiben? Über die Antworten auf all diese Fragen werden die Entwicklungen diese Woche hier in Panama entscheiden. 

Das Team IFAW hält Sie auf dem Laufenden.

Bitte unterstützen Sie uns bei unserer Arbeit für den Schutz der Wale bei der IWC!

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Experten

Dr. Maria (Masha) N. Vorontsova, Regionaldirektorin Russland und GUS
Regionaldirektorin Russland und GUS
Dr. Ralf Sonntag, Länderdirektor Deutschland
Länderdirektor Deutschland
Isabel McCrea, Regionaldirektorin Ozeanien
Regionaldirektorin Ozeanien
IFAW Japan Representative
Repräsentantin IFAW Japan
Patrick Ramage, Programmdirektor Wale
Programmdirektor Wale
Robbie Marsland, Regionaldirektor Großbritannien
Regionaldirektor Großbritannien