VIDEO: Die Rettung der Elefanten durch Bekämpfung des Elfenbeinhandels

Ein kürzlich auf Sky TV ausgestrahlter Bericht zum Thema Elfenbeinhandel.

Der illegale Elfenbeinhandel beginnt mit dem Töten von Elefanten, geht weiter mit dem Schmuggeln des Elfenbeins über Ländergrenzen hinweg und endet beim Verkauf von Schnitzereien, Stempeln und Schmuckstücken unter dem Ladentisch, auf asiatischen Märkten oder im Internet.

Der Internationale Tierschutzfonds setzt sich vehement dafür ein, den Handelsfluss an allen der eben erwähnten Stationen so effektiv wie möglich einzudämmen: Wir führen Anti-Wilderer-Trainings durch, betreiben politische Lobbyarbeit, damit keine legalen Elfenbeinverkäufe mehr stattfinden, arbeiten zusammen mit Zoll- und Strafverfolgungsbehörden, um illegale Händler dingfest zu machen und betreiben nicht zuletzt Aufklärungsarbeit, um die weltweite Nachfrage nach Elfenbein zu drosseln. Besonders in China, einem der weltweit größten Abnehmer von Wildtierprodukten einschließlich Elfenbein, sind wir in dieser Hinsicht aktiv.

Mitte Februar erreichte uns die Nachricht, dass im Bouba Njida-Nationalpark in Kamerun sudanesische Wilderer gerade Hunderte Elefanten abschlachteten. Die Regierung von Kamerun sah dem Geschehen zunächst tatenlos zu.

Anfang März flogen Céline Sissler-Bienvenu und Julie Landry von unserem Frankreich-Büro mit einer französischen Fernseh-Crew nach Kamerun, um den Fall zu untersuchen und eine Luftbildvermessung durchzuführen. Céline und Julie setzten sich außerdem mit dem Minister des Forstministeriums und seinem Kollegen vom Verteidigungsministerium zusammen, um sie vom dringenden Handlungsbedarf zu überzeugen. Dadurch dass der IFAW nun die weltweite mediale Aufmerksamkeit auf sie gelenkt hatte, blieb der Regierung dann auch nichts anderes mehr übrig als zu handeln.

Die Leiterin des IFAW-Länderbüros Frankreich Céline Sissler-Bienvenu in Kamerun neben einem der 300 vor kurzem getöteten Elefanten.Dreihundert Soldaten, ein Helikopter und drei Ultraleicht-Flugzeuge der nationalen Armee hielten daraufhin in Bouba Njida Einzug, um das Massaker zu stoppen. Die Wilderer sind wahrscheinlich aus dem Park geflohen. Das lässt sich allerdings aufgrund der Fläche des Parks nicht mit Sicherheit sagen.

Fast 300 Elefantenkadaver wurden bei der Luftbildvermessung gezählt. Die tatsächliche Anzahl der getöteten Elefanten könnte aber auch erheblich größer sein. Dorfbewohner berichteten von Wilderern, die behauptet hatten, 650 Elefanten getötet zu haben.

Vor dem Hintergrund des Massakers hat INTERPOL mit der finanziellen Unterstützung des IFAW letzte Woche mit der größten Operation aller Zeiten gegen Kriminalität im Zusammenhang mit Wildtieren in 14 Ländern in Ost-, West-, und Südafrika ein wichtiges Zeichen gesetzt.

Ersten Berichten über die unter dem Codenamen WORTHY laufende Operation zufolge wurden mehrere Dutzend Personen festgenommen und es wurden über 250 kg Rohelfenbein, Löwen- und Leopardenfelle, Python- und Krokodilhäute und lebende Vögel beschlagnahmt. Illegale Schusswaffen und andere Schmuggelware wurden ebenfalls beschlagnahmt.

Die Operation WORTHY folgt einem weiteren vom IFAW finanzierten Programm, dem von INTERPOL gemeinsam mit Environment Canada durchgeführten Trainingsprogramm für die Verfolgung von Straftaten im Zusammenhang mit Wildtieren. Inhalte des Trainings waren vor allem die behörden- und länderübergreifende Zusammenarbeit bei der Strafverfolgung in Afrika.

Ein effektives Vorgehen an der Wurzel des illegalen Handelflusses ist ganz entscheidend für den Schutz wild lebender Tiere. Allerdings wissen wir natürlich auch, dass wir nie in der Lage sein werden, ihren umfassenden Schutz zu garantieren, wenn wir nicht die Nachfrage nach den Endprodukten eindämmen. Das IFAW-Länderbüro in Asien führt schon seit Jahren Kampagnen zur Reduzierung der Nachfrage nach Wildtierprodukten in China durch.

Grace Ge Gabriel, Leiterin des IFAW-Büros Asien, machte kürzlich in einem Interview mit dem staatlichen Radio publik, dass IFAW-Mitarbeiter über Baidu.com, Chinas größte Suchmaschine, auf viele Verkaufsangebote für Produkte gestoßen waren, die im Verdacht stehen, illegale Elfenbeinprodukte zu sein. Diesbezüglich kann ich die gute Nachricht überbringen, dass Baidu, nachdem der IFAW es über die Zustände informiert hatte, nun ermittelt und Einträge für illegale Wildtierprodukte systematisch entfernt.

Baidu hat bereits 13 Foren geschlossen, in denen illegaler Handel mit Elfenbein, Tigerknochen, Nashörnern, Panzern von Meeresschildkröten, anderen Tierteilen und auch lebenden Tieren betrieben wurde. Baidu entfernte außerdem in 11 Foren Diskussionsfäden zu verbotenen Tierarten. Insgesamt löschte Baidu 34 685 Einträge und arbeitet im Kampf gegen illegalen Online-Handel auch mit dem IFAW zusammen.

China ist einer der weltweit größten Abnehmer für Wildtierprodukte. Einer IFAW-Studie zufolge wissen 70% der chinesischen Verbraucher überhaupt nicht, dass Elefanten wegen ihres Elfenbeins getötet werden. Einige Leute glauben, Elefanten verlieren ihre Stoßzähne, so wie Menschen ihre Zähne verlieren. Auf Chinesisch nennt man „Elfenbein“ „Elefantenzahn“.

In der IFAW-Anzeigenkampagne „Mom, I got teeth“ (Mama, ich krieg’ Zähne) wird deutlich darauf hingewiesen, dass Elefanten für Elfenbein sterben und fordert die Verbraucher dazu auf, keine Elfenbeinprodukte zu kaufen.

Diese Anzeigen sind nur ein kleiner Teil unserer Bemühungen zur Reduzierung der Nachfrage nach Elfenbein, aber sie haben sich als sehr effektiv erwiesen. Sie wurden in Unterführungen, auf Flughäfen und an anderen Orten mit hohem Durchgangsverkehr ausgehängt. Sie sind nun auch Teil eines schulischen Lehrplans zur Tierschutzerziehung. Im Juni 2011 wurden sie vom Schulamt der Provinz Zhejiang in der Zulassungsprüfung für die staatlichen Oberschulen eingesetzt, an der fast 300 000 Schüler teilnahmen. Jetzt versteht jeder der 300 000 Prüfungsteilnehmer in Zhejiang die Verbindung zwischen Elfenbeinhandel und dem Töten von Elefanten. Wenn die Anzeigen landesweit in die Oberschulprüfungen aufgenommen werden, können wir jedes Jahr über neun Millionen Schüler erreichen.

--FO

Handeln Sie jetzt und klicken Sie hier, um die IFAW-Petition „Nein zum Elfenbein“ zu unterschreiben.

Kommentare: 1

 
Gast
2 Jahre ago

Ich sage "NEIN!" zu Elfenbein

Say NO to ivory

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