Update: Rettungsanker für die Tiere im Zoo von Tripolis

Ein Löwe im libyschen Zoo von Tripolis. Quelle: CNN videoTrotz der verheerenden Bedingungen, unter denen Hilfsmaßnahmen in Libyen zurzeit von statten gehen, hat es das Hilfsteam des IFAW gestern zum Zoo von Tripolis geschafft. Diese sehnlich erwartete Bestätigung erreichte uns von unserer Mitarbeiterin Hedia Baccar, die sich zurzeit in Tunesien aufhält. Hedia hatte in ständigem Kontakt zum Zoodirektor Dr. Abdel Fattah gestanden, um einschätzen zu können, in welchen Bereichen die Hilfe am dringendsten ist.

Die wichtigste Aufgabe der IFAW-Hilfe wird es sein, zunächst die Nahrungsversorgung der mehr als 1000 Tiere, die im Zoo überlebt haben, sicherzustellen.

Wie viele von Ihnen sicherlich in den Nachrichten mitverfolgen konnten, liegt der Zoo direkt neben Gaddafis Militärkomplex Bab al-Aziziya im Zentrum von Tripolis. Vor kurzem war dies noch der Schauplatz von Gefechten, bei denen die Rebellen des nationalen Übergang-Rates mit Unterstützung der UNO die Kontrolle über die Stadt erlangten.

Löwen, Hyänen, Nilpferde, Rehe, Affen und viele andere Tiere überlebten das Feuergefecht, der Krieg hinterließ jedoch deutliche Spuren. Es dauerte nicht lange, bis sich eine Krisenstimmung verbreitete: Aus Angst um ihr Leben verließen viele Zoomitarbeiter die Gegend, die Wege der Nahrungs- und Wasserversorgung waren abgeschnitten und längere Stromausfälle legten die Kühlschränke im Zoo lahm, in denen Medikamente gegen die sengende Hitze kühl gestellt wurden. Aus dem Notfallfonds des IFAW wurden die ungefähr 2000 US-Dollar bereitgestellt, die jeden Tag für die Nahrungsversorgung der Tiere benötigt werden. Glücklicherweise erhielten wir vor kurzem die gute Nachricht, dass die Tiere genügend Trinkwasser haben. Momentan arbeiten wir daran, Medikamente nach Tripolis zu liefern und stehen in ständigem Kontakt zu anderen Tierschutzorganisationen und dem Zoo-Team, um auch eine längerfristige Versorgung der Tiere gewährleisten zu können.

Wir verfügen über viel Erfahrung im Umgang mit Krisenfällen wie dem aktuellen in Tripolis, jede Situation ist dennoch neu und anders. Obwohl wir kürzlich auch im Zoo von Tunis einsprangen und während der Aufstände in Ägypten Tierschutzgruppen zu Hilfe kamen, stellt uns dieser Einsatz in Tripolis wieder vor neue Herausforderungen. Im Jahr 2003 schickten wir ein Team von fünf Personen in den Zoo von Bagdad und sorgten über Wochen für das Wohl von über 400 Tieren. Auch wenn durchaus ähnliche Bedingungen herrschen, bereitet uns in Libyen die Sicherheit jedoch eine der größten Sorgen, wenn wir Teams dorthin senden. Immerhin ist der Krieg noch nicht vorbei.

Heute haben wir einen wichtigen Schritt in die richtige Richtung gemacht und hoffen, dass die Tiere im Zoo von Tripolis das Schlimmste schon hinter sich haben.

- IR

Kommentare: 1

 
Gast
3 Jahre ago

Und was wurde unternommen! Gibt es Erfolge zu berichten?

Ich fand auch die Aktion in Ägypten gut! Es war schrecklich, wie die Tiere dort misshandelt und vernachlässigt wurden.

Ich denke gerade in der muslimischen Welt muss noch viel für den Tierschutz getan werden. Hier fehlt auch oft noch das Interesse und Bewusstsein der Bevölkerung!
Und denkt nur mal an das Opferfest, an dem die Straßen blutrot vom Blut der geschächteten Tier sind!

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Experten

Kampagnenberater
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Brian Sharp, Leiter Rettungseinsätze, Einsatzkoordinator für Strandungen
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Dr. Ian Robinson, Vizepräsident für Kampagnen und internationale Angelegenheiten
Vizepräsident für Kampagnen und internationale Angelegenheiten
Gail A'Brunzo, Leiterin IFAW Wildtierschutz
Leiterin Wildtierschutz, IFAW
Katie Moore, Leiterin Marine Mammal Rescue and Research
Programmdirektorin Tierrettung
Shannon Walajtys
Leiterin des Bereichs Katastrophenhilfe
Vivek Menon, Regionaldirektor Südasien
Regionaldirektor Südasien